Reaktion von Volker Treier

Die zugespitzte Rivalität ist ein Weckruf für Europa

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier anlässlich des Trump-Xi-Gipfels in Peking

13.05.2026 - “Erstmals seit 2017 besucht ein US-Präsident wieder China – ein wichtiges Signal in einer Phase wachsender geopolitischer Spannungen und anhaltender Handelskonflikte. Seit gut einem Jahr belasten hohe Zölle, Exportkontrollen und politische Unsicherheiten den internationalen Warenverkehr massiv. Die Folgen spüren auch deutsche Unternehmen unmittelbar und weltweit in hohem Maße.  

Aktuelle Zahlen der AHK Greater China vom Mai 2026 zeigen: Die Handelskonflikte zwischen den USA und China treffen deutsche Unternehmen in China weiterhin stark. 69 Prozent der befragten Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen. Besonders problematisch bleiben neben den Zöllen auch die Exportkontrollen, die Lieferketten verteuern und Investitionen erschweren. 

Die Ergebnisse des Trump-Xi-Gipfels sind insofern auch für die europäische Wirtschaft von hoher Relevanz. Sowohl China als auch die USA zählen zu unseren wichtigsten Handelspartnern. Eine Annäherung, aber auch jede handelspolitische Eskalation zwischen den beiden Ländern trifft auch deutsche Unternehmen direkt.  

Besonders wichtig ist eine Annäherung oder sogar Einigung im Bereich der Exportkontrollen. Es stehen weitere Verschärfungen im Raum, die schwerwiegende Folgen auch für deutsche Betriebe hätten. Bereits heute stellen Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen, Halbleitern und Schlüsseltechnologien viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Eine Verschärfung dieser Kontrollen würde internationale Lieferketten zusätzlich belasten. 

Vereinbarungen zwischen den USA und China allerdings, die globale Lieferketten politisch zu steuern, gingen aus Sicht der deutschen Wirtschaft in die falsche Richtung. Unsere Unternehmen sind indes auf offene Märkte und verlässliche internationale Handelsregeln angewiesen. 

In jedem Fall muss die Europäische Union die zugespitzte Rivalität der Wirtschaftsgiganten als Weckruf verstehen: Wir brauchen einen stärkeren Binnenmarkt, mehr wirtschaftliche Resilienz und eine entschlossene Handelsagenda. Strategische Abhängigkeiten – etwa bei kritischen Rohstoffen und Permanentmagneten – müssen gezielt reduziert werden. Europa droht sonst in einer zunehmenden wirtschaftlichen Entkopplung der USA und China zwischen die Fronten zu geraten.” 

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Julia Fellinger

Pressesprecherin