Laut dem Verordnungsentwurf will die Bundesregierung Pass- und Ausweisbehörden entlasten und Verwaltungsprozesse digitalisieren. Zugleich soll die Gebühr für den Personalausweis angehoben werden. Für Unternehmen ist ein reibungsloses Pass- und Meldewesen essenziell, etwa für Geschäftsreisen oder internationale Mitarbeitereinsätze. Die DIHK betont daher die Bedeutung effizienter, sicherer und wettbewerbsneutraler Dokumentenprozesse.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gebühr für den Personalausweis soll von 37 auf 46 Euro steigen.
- Die Gebührenstruktur rund um das PointID-System benachteiligt private Passfoto-Anbieter.
- Kommunen behalten die Lichtbildgebühr vollständig für ihren Verwaltungsaufwand und führen keine Nutzungsgebühr an die Bundesdruckerei für PointID ab.
- Auswirkungen auf Fotofachgeschäfte, Automatenbetreiber und Innenstädte sind zu erwarten.
Hintergrund
Der Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums sieht vor, Abläufe im Pass- und Ausweiswesen digital zu vereinfachen und die Ausstellung eines Personalausweises um neun Euro auf 46 Euro zu verteuern. Hintergrund sind gestiegene Verwaltungs- und Produktionskosten sowie Anpassungen bei der Finanzierung des PointID-Systems der Bundesdruckerei, das Passfotos direkt vor Ort digital erfasst. Da Kommunen die Lichtbildgebühr von 6 Euro weiterhin vollständig behalten, entsteht eine Finanzierungslücke, die über allgemeine Ausweisgebühren geschlossen werden soll. Dies hat Auswirkungen auf private Anbieter von Passfoto-Lösungen, den Fotofachhandel und Automatenbetreiber, die bereits in sichere digitale Übertragungstechnik investiert haben. Aus Sicht der Wirtschaft drohen Wettbewerbsnachteile und Einschränkungen der Wahlfreiheit für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Kommunen.
Was für Unternehmen wichtig ist
- Verzögerungen im Pass- und Ausweiswesen können Geschäftsreisen, internationale Einsätze und Personalprozesse unmittelbar verlangsamen.
- Unternehmen profitieren von vielfältigen und marktwirtschaftlichen Foto- und Identitätslösungen – Wettbewerb hält Preise stabil und fördert Innovationen.
Forderungen der DIHK
- Keine Erhöhung der Personalausweisgebühr, sofern darüber die Finanzierung des PointID-Systems mitgetragen würde.
- Lichtbildgebühren so gestalten, dass tatsächlich entstehende Kosten gedeckt werden, ohne Wettbewerb zu verzerren.
- Sicherstellen, dass Kommunen und Bürger weiterhin frei entscheiden können, ob sie Passfotos extern oder per PointID erstellen.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Wahlfreiheit bei der Passfoto-Erstellung wichtig?
Sie ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, zwischen verschiedenen Angeboten zu wählen – etwa Fachgeschäften, Automaten oder digitalen Services. Wettbewerb sorgt für Qualität, Innovation und faire Preise.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Rund 1.400 Fotofachgeschäfte, Fotoautomatenbetreiber und Drogeriemärkte, die Passfotos anbieten. In vielen Betrieben macht dieser Bereich bis zu 50 Prozent des Umsatzes aus.
Welche Lösung schlägt die DIHK vor?
Gebühren sollen ausschließlich tatsächliche Verwaltungs- und Produktionskosten decken. Die freie Wahl der Lichtbilderstellung muss gewährleistet bleiben, um Wettbewerb und Innovation zu sichern.
Welche Chancen bieten digitale Lösungen?
Private Anbieter können Verwaltungsprozesse effizienter gestalten und Kosten senken, wenn sie über klare Schnittstellen in die Digitalisierung der Behörden eingebunden werden.
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- Relevant im Themenfeld:
- Wirtschafts- und Finanzpolitik
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- Handel
- Bürokratie
Veröffentlicht 13.10.2025
Aktualisiert 28.01.2026
Ansprechpartnerinnen
Dr. Ulrike Regele
Referatsleiterin Handel
Dr. Katrin Sobania
Referatsleiterin Informations- und Kommunikationstechnologie | E-Government | Postdienste | IT-Sicherheit