DIHK-Hebesatzumfrage 2025 

Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov: “Weiterhin starke Belastung der Unternehmen.”

„Bei den Steuerbelastungen der Unternehmen diskutieren wir einen Standortnachteil schon seit Jahren: Die Belastung der Unternehmen mit der Gewerbesteuer“, kommentiert DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov die heute veröffentlichte Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer zu den kommunalen Hebesätzen bei der Gewerbesteuer. 

17.11.2025 - „Der Standort Deutschland steht unter Druck: Mängel in der Infrastruktur, zu viel Regulierung, zu viel Bürokratie, schleppende Digitalisierung und eine der höchsten Unternehmenssteuerbelastungen weltweit. Es gibt eine Reihe von ‚hausgemachten‘ Problemen, die die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und damit das Wachstum bremsen. Die Gewerbesteuer ist ein deutscher Sonderweg, weil eine solche regionale Belastung der Unternehmen zusätzlich zur Körperschaft- und Einkommensteuer nur bei uns existiert“, erläutert Melnikov. Reformansätze würden seit Jahren diskutiert, aber nicht angegangen, weil die Kommunen hierzu nicht bereit seien – aber auch, weil die Kommunen nicht von ihren Ländern unterstützt würden. „Hier sind tatsächlich in erster Linie die Länder gefragt, weil sie die Verantwortung für eine auskömmliche finanzielle Ausstattung der Kommunen tragen“, so Melnikov. 

Nach Einschätzung der DIHK haben die Kommunen immer öfter Probleme, ihre Haushalte ausgeglichen zu gestalten und erhöhen die Hebesätze bei der Gewerbsteuer mit dem Ziel, ihre Einnahmen zu erhöhen. „Das klappt aber nur bedingt, weil die Unternehmen ohnehin schon stark belastet sind und der zunehmenden Belastung durch Standortverlagerungen ausweichen. Wenn es ganz schlecht für Deutschland läuft, finden Verlagerungen von Standorten oder Produktionen jenseits der deutschen Grenzen statt. Das bestätigt auch die aktuelle Konjunkturumfrage der DIHK. Diese Entwicklung muss dringend gestoppt werden. Hier sind alle Ebenen gefordert, insbesondere aber die Länder, bei denen die Entwicklung der Steuereinnahmen in den vergangenen Jahren sogar positiv war“, bewertet die DIHK-Hauptgeschäftsführerin. 

Die Ergebnisse in Kürze: Im Jahr 2025 steigt der durchschnittliche gewogene Gewerbesteuerhebesatz für die 716 Gemeinden ab 20.000 Einwohnern auf Bundesebene von 437 auf 438 %.  

2025 haben neun Prozent der Gemeinden – und damit sechs Prozentpunkte weniger als 2024 – ihren Gewerbesteuerhebesatz erhöht. Die Zahl der Gemeinden, die ihren Hebesatz reduzieren, geht jedes Jahr weiter zurück. In diesem Jahr haben nur vier kleine Kommunen ihren Hebesatz gesenkt. Die regionalen Unterschiede bei den Gewerbesteuerhebesätzen sind weiterhin hoch. Der regionale Schwerpunkt der Hochsteuerkommunen liegt unverändert im Westen: Die „TOP-50“ der Gemeinden beim Gewerbesteuerhebesatz liegen bis auf Seelze (Niedersachsen, 500 %) allesamt in Nordrhein-Westfalen und werden angeführt von Oberhausen und Mülheim (580 %), Erftstadt und Waldbröl (jeweils 565 %), dicht gefolgt von Elsdorf (555 %), Overath und Alfter (jeweils 550 %). 

Ein Beispiel für die regionalen Unterschiede: Eine mittelständische Kapitalgesellschaft mit einem Jahresgewinn von 2 Mio. Euro (und etwa 200 Mitarbeitern muss 2025 in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 30.000 Euro pro Jahr mehr an Gewerbesteuer als sein Pendant in Niedersachsen oder sogar knapp 52.000 Euro mehr als sein Wettbewerber in Baden-Württemberg zahlen. 

Hier geht es zu den ausführlichen Ergebnissen der Hebesatzumfrage

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Sven Ehling

Pressesprecher | Visuelle Kommunikation