DIHK legt Ideenpapier zu Global Gateway vor und fordert strategische Nachschärfung

Global Gateway braucht klaren Kurs – DIHK legt Ideenpapier zur stärkeren Einbindung der Wirtschaft vor

10.09.2025 - Die EU-Initiative Global Gateway soll Partnerländer beim Aufbau von Stromnetzen, Verkehrswegen und Internetverbindungen, Schulen und Kliniken unterstützen – und zugleich eine Alternative zu Chinas Neuer Seidenstraße bieten. Vier Jahre nach dem Start bleibt das Vorzeigeprojekt der EU jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück: Viele Unternehmen bleiben außen vor.

Mit einem aktuellen Ideenpapier fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) deshalb niedrigere Hürden und bessere Rahmenbedingungen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. “Wenn Global Gateway ein internationales Gegengewicht sein soll, muss es für den europäischen Mittelstand endlich praxisnah, schnell und unkompliziert nutzbar sein”, fordert DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Bisher scheitere die Beteiligung vieler Firmen an komplizierten Förderbedingungen, fehlender Unterstützung bei der Partnersuche und mangelnder Absicherung gegen Risiken.  

Das Ideenpapier schlägt konkrete Verbesserungen vor: einfachere Ausschreibungen, Garantien gegen Investitionsausfälle, ein zentraler One-Stop-Shop zur Orientierung sowie KMU-Zugang zu Fördergeldern mit niedrigeren Mindestvolumen. Ergänzend regt die DIHK an, die neuen Handels- und Investitionspartnerschaften der EU (Clean Trade and Investment Partnerships) wirkungsvoll zu gestalten. 

Auch die Sichtbarkeit und Steuerung von Global Gateway müssen nach Ansicht der DIHK gestärkt werden. “Wenn langfristig ein Großteil der Investitionen aus privater Hand kommen soll, müssen Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit eine deutlich größere Rolle spielen. Dafür braucht es den Privatsektor auch in den Entscheidungsstrukturen der Initiative”, so Treier.  

“Global Gateway hat das Potenzial, Infrastrukturlücken weltweit zu schließen und dabei europäische Unternehmen stärker ins Spiel zu bringen. Bislang bleibt die Initiative aber weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Vier Jahre nach dem Start braucht es jetzt einen ganzheitlichen Ansatz, der die Bedürfnisse der Unternehmen stärker berücksichtigt”, fasst Treier zusammen.  

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Julia Fellinger

Pressesprecherin