DIHK-Stellungnahme: Beschleunigung des Wohnungsbaus und Sicherung von Gewerbeflächen

Die DIHK bewertet den Referentenentwurf kritisch: Wohnungsbau soll beschleunigt werden, gleichzeitig drohen Konflikte mit Gewerbeflächen. Unternehmen brauchen planbare Rahmenbedingungen für Wachstum und Standortsicherung.

Der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zielt darauf ab, den Wohnungsbau zu beschleunigen und Wohnraum besser verfügbar zu machen. Für Unternehmen sind ausreichend Wohn- und Gewerbeflächen entscheidend, um Fachkräfte anzusiedeln und wirtschaftlich tätig zu sein. Die DIHK erkennt die Notwendigkeit zusätzlicher Wohnungen, warnt aber vor einseitigen Maßnahmen, die Gewerbeflächen gefährden oder Nutzungskonflikte verschärfen. Eine nachhaltige Stadtentwicklung braucht ausgewogene Regeln für Wohnen, Arbeiten und Infrastruktur.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wohnungsbau soll beschleunigt und Wohnraum besser verfügbar gemacht werden.
  • Unternehmen sehen Risiken für bestehende Gewerbeflächen und mögliche Nutzungskonflikte.
  • Neue Instrumente: Aufstockungen, Befristungen, erleichterte Nachverdichtung und Urbanes Gebiet (MU).
  • Zielkonflikt: Wohnraumsicherung vs. Sicherung von Gewerbeflächen und industrieller Infrastruktur.
  • DIHK fordert Überarbeitung des Referentenentwurfs: Wohnungsbau beschleunigen, ohne Gewerbeflächen zu gefährden

Hintergrund

Deutschland hat in vielen Regionen einen angespannten Wohnungsmarkt. Gleichzeitig werden Gewerbeflächen immer knapper, was die Ansiedlung und Expansion von Unternehmen erschwert. Der Referentenentwurf sieht neue Instrumente wie Aufstockungen und erleichterte Nachverdichtung vor, um Bauvorhaben zu beschleunigen. Städte sollen leichter Wohnungen genehmigen können, selbst in Gebieten mit bestehendem Gewerbe. Die DIHK warnt, dass diese Regelungen die wirtschaftliche Vielfalt und Funktionsmischung innerstädtischer Gebiete gefährden könnten. Gleichzeitig eröffnet der Entwurf Chancen, Planungsprozesse zu vereinfachen und neue Wohnflächen zügig zu schaffen.

Was für Unternehmen wichtig ist

  • Unternehmen müssen prüfen, ob ihre Standorte durch geplante Wohnbauvorhaben beeinträchtigt werden.
  • Innerstädtische Gewerbeflächen könnten durch Wohnnutzung eingeschränkt oder verdrängt werden.
  • Bei Aufstockungen und Nachverdichtungen sollten Unternehmen frühzeitig in Genehmigungsverfahren einbezogen werden.
  • Emissionskontingente und Lärmschutzregelungen können bestehende Gewerbenutzungen beeinflussen.

Forderungen der DIHK

  • Überarbeitung des Referentenentwurfs: Wohnungsbau beschleunigen, ohne Gewerbeflächen zu gefährden.
  • Klarere Abwägungskriterien, um Nutzungskonflikte zwischen Wohnen und Gewerbe zu vermeiden.
  • Bestandsschutz für bestehende Gewerbe- und Industriegebiete sichern.
  • Kommunale Planungshoheit stärken und Beteiligung der Wirtschaft in Verfahren verpflichtend verankern.
  • Sonderregelungen (zum Beispiel Befristungen, Urbanes Gebiet, Aufstockung) gezielt einsetzen, nur dort, wo keine negativen Folgen für Gewerbe entstehen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet die Aufstockung für Unternehmen?
Aufstockungen erleichtern zusätzlichen Wohnraum, können aber bestehende Gewerbeflächen und den Charakter von Industriegebieten verändern. Unternehmen sollten frühzeitig ihre Interessen einbringen.

Was sind Emissionskontingente und wie wirken sie auf Betriebe?
Gemeinden können künftig feste Immissionswerte für Gewerbegebiete festlegen. Unternehmen müssen diese Vorgaben einhalten, was Neuansiedlungen und Erweiterungen beeinflussen kann.

Welche Folgen hat das Urbanes Gebiet (MU)?
Es ermöglicht eine stärkere Mischung von Wohnen und Arbeiten in Innenstädten. Ohne klare Vorgaben kann dies aber die Ansiedlung von Gewerbe behindern.

Wie schützt die DIHK bestehende Betriebe?
Durch Forderungen nach Bestandsschutz, frühzeitiger Beteiligung in Genehmigungsverfahren und klare Regelungen, dass Gewerbeflächen nicht dauerhaft durch Wohnnutzung verdrängt werden.

Warum ist die Beteiligung der IHK wichtig?
Die IHK vertritt Unternehmen vor Ort, kann frühzeitig auf Konflikte hinweisen und die Einhaltung von Planungs- und Immissionsschutzregeln sicherstellen.

Download

DIHK-Stellungnahme Wohnungsbau (PDF, 138 KB)

 

 

Relevant im Themenfeld:
Schwerpunkte:
  • Bauwirtschaft

Ansprechpartnerinnen

Preuß, Carolina_quad

Karoline Preuß

Referatsleiterin Bau- und Immobilienwirtschaft

Tögel, Ann-Kathrin_quad

Anne-Kathrin Tögel

Referatsleiterin Stadtentwicklung und Flächenpolitik