Verteidigungsindustrie

DIHK veröffentlicht Sonderumfrage zur Verteidigungsindustrie

Die verglichen mit den vergangenen Jahrzehnten stark erhöhten Verteidigungsausgaben des Bundes können ein Anreiz für die Wirtschaft sein, in ihre Produktionskapazitäten zu investieren. Dieses gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage der Bundeswehr in den kommenden Jahren weiterhin hoch bleiben wird. Vor diesem Hintergrund hat die DIHK eine Umfrage durchgeführt, wie die Unternehmen diese potenziellen Marktchancen einschätzen.

Laut einer Sonderumfrage der DIHK sieht jedes dritte Unternehmen Chancen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Bereits heute sind 17 Prozent der Industrieunternehmen Teil der Wertschöpfungskette dieser Branche. So verorten sich 2,5 Prozent eindeutig als Hersteller von militärischen Gütern, 6,9 Prozent der Unternehmen produzieren sogenannte Dual-Use Güter. Das sind Produkte und Technologien die sowohl im zivilen wie auch militärischen Bereich genutzt werden können. Weitere 7,6 Prozent sind als Zulieferer in die Wertschöpfungskette eingebunden. 

Zusätzlich signalisiert rund jedes achte Industrieunternehmen (12,3 Prozent), dass die Verteidigungsindustrie ein potenziell interessanter Markt für sie ist. 

Große Unternehmen deutlich häufiger engagiert als Mittelstand 

Kleinstbetriebe mit bis zu 19 Beschäftigten sind bisher nur zu einem kleinen Teil in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie aktiv. Bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten ist knapp jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) entweder Hersteller militärischer beziehungsweise Dual-Use Güter oder als Zulieferer tätig. Der Anteil der in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie aktiven Unternehmen steigt mit der Mitarbeiterzahl. 

Diese Tendenz deutet auf die hohen technischen und regulativen Einstiegshürden hin, die vor allem der Mittelstand bei einem Einstieg in die Branche überwinden muss. Für Unternehmen, die einen Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie erwägen, hat der DIHK Verlag einen Leitfaden entwickelt, den Sie über folgenden Link erreichen.

Investitionsgüterhersteller prägen das Bild

Nach Branchen differenziert zeigt sich vor allem, dass Investitionsgüterhersteller stark in der Wertschöpfungskette verankert sind. Rund 24 Prozent dieser Unternehmen sind als Hersteller oder Zulieferer aktiv. Insbesondere die Bereiche Fahrzeugbau (36 Prozent), Elektrotechnik (25 Prozent) sowie Maschinenbau (25 Prozent) fallen auf. Aber auch klassische Vorleistungsbereiche, wie die Metallerzeugung und -bearbeitung, weisen mit rund 30 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Zulieferanteil auf. Selbst im Textilgewerbe zeigt sich mit 27 Prozent eine überraschend starke Einbindung, etwa bei Spezial- und Schutztextilien.

Deutschlandweit regionale Unterschiede

Regional konzentriert sich die Beteiligung an der Verteidigungsindustrie vor allem auf den Süden Deutschlands. Dort sind 21 Prozent der Industriebetriebe Teil der entsprechenden Wertschöpfungskette.

Demgegenüber liegt der Anteil in Ostdeutschland mit neun Prozent deutlich darunter. Nord- und Westdeutschland bewegen sich im Mittelfeld. Die regionale Verteilung spiegelt damit weitgehend die bestehende Industriestruktur wider, insbesondere die Ballung großer Industriebetriebe und Investitionsgüterhersteller im Süden. Gleichzeitig bieten die höheren Verteidigungsausgaben auch eine Chance für manche Regionen – zum Beispiel in der Ansiedlung neuer Betriebe. 

Geschäftserwartungen in der Verteidigungsindustrie deutlich besser als im übrigen Industriesektor

Das spiegelt sich auch in den Geschäftserwartungen wider. Unternehmen, die militärische Güter, Dual-Use-Produkte herstellen oder als Zulieferer tätig sind, bewerten ihre wirtschaftliche Zukunft spürbar positiver als andere Industriebranchen. Mit einem Erwartungssaldo von plus elf Punkten überwiegen die positiven Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate klar. Der Erwartungssaldo stellt die Differenz zwischen den positiven und negativen Antworten der befragten Unternehmen bezüglich ihrer zukünftigen Geschäftserwartung dar. 

Eine Einordnung der Ergebnisse der Sonderfrage finden Sie unter diesem Link.

Schwerpunkte:
  • Verteidigung

Ansprechpartner

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Benjamin Baykal

Referatsleiter Verteidigungspolitik, Kooperation mit der Bundeswehr