Helena Melnikov_Reaktion

DIHK zum wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung

Jetzt braucht es entschlossene Taten

26.08.2025 - „Reformen statt Stillstand – Das muss nun die Devise sein. Deutschland braucht dringend einen Herbst des Aufbruchs. Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen zum BIP nach unten korrigiert und bestätigt damit, was die DIHK in den Konjunkturumfragen seit Monaten aufzeigt: Die deutsche Wirtschaft steckt tiefer in der Krise, als viele wahrhaben wollen. So wie bisher geht es nicht weiter. Die neue Bundesregierung ist mit großen Versprechen gestartet, die Hoffnungen auf Reformen waren entsprechend hoch: Standort stärken, Vertrauen zurückgewinnen, Wirtschaftswachstum wieder möglich machen. Nach fast vier Monaten im Amt ist aber klar, dass die Aufwärmphase vorbei ist. Jetzt braucht es entschlossene Taten.  

Es gibt erste positive Schritte – etwa Investitionspakete und Impulse für Infrastruktur und Sicherheit. Doch das reicht nicht. Spätestens seit dem Stromsteuer-Debakel schwindet das Vertrauen vieler Unternehmen erneut. Jetzt braucht es einen klaren Kurs: Die Abgabenlast muss sinken, der Beschleunigungspakt endlich umgesetzt, die Verwaltung modernisiert und der Fachkräftemangel entschlossen angegangen werden. 

Entscheidend ist, dass Produktivität und Wirtschaftskraft schneller wachsen als die Sozialausgaben. Das gelingt nicht mit Steuererhöhungen, sondern nur mit Strukturreformen. In einer Lage, in der bereits Milliarden an neuen Schulden aufgenommen werden, sind Steuererhöhungen das völlig falsche Signal. Schon die Diskussion darüber sorgt für einen erheblichen Vertrauensverlust in der Wirtschaft. 

Die Koalition muss jetzt entschlossen und geschlossen handeln. Andere Länder zeigen, dass es geht: Schweden hat das Rentensystem generationengerecht umgebaut. Die Niederlande haben Pflege und Gesundheit neu aufgestellt. Dänemark hat mit flexiblen Arbeitsmarktregeln Beschäftigung und Absicherung in Einklang gebracht. Wir brauchen jetzt den Mut für Veränderungen. 

Auch in der Energiepolitik stehen wichtige Entscheidungen an: Entlastungen bei den Preisen, ein Rahmen für den Bau neuer Gaskraftwerke sowie das Gebäudeenergiegesetz. Wir brauchen mehr Markt statt Staat. Mehr Angebote statt Verbote. Die Unternehmen sind bereit zu investieren, sie wollen wachsen, sie wollen Zukunft gestalten. Aber dafür brauchen sie endlich Rahmenbedingungen, die es zulassen. Deutschland kann mehr, aber nur, wenn die Politik jetzt die Weichen richtig stellt. Dieser Herbst 2025 muss der Herbst der Reformen werden.“ 

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Dominik Ohlig

Pressesprecher – Chef vom Dienst