DIHK zur Alterssicherungskommission: Renten langfristig finanzierbar und demografiefest gestalten

Die gesetzlichen Rentenversicherung stabilisieren, Frühverrentungsanreize abbauen, kapitalgedeckte Vorsorge ausbauen und mehr: Wie die Alterssicherung demografiefester ausgerichtet werden könnte, hat die DIHK in einer Stellungnahme zusammengefasst.

Bis Mitte 2026 soll die neue Alterssicherungskommission Vorschläge für eine Rentenreform vorlegen. Mehrere Wirtschafts- und Sozialverbände wurden eingeladen, ihre Einschätzungen, Erfahrungen und Vorschläge zu formulieren, darunter die DIHK. Am 15. März 2026 legte sie ihre Stellungnahme vor.

Die Alterssicherung in Deutschland steht angesichts des demografischen Wandels, steigender Ausgaben und wachsender Arbeitskosten unter erheblichem Druck. Trotz jüngster rentenpolitischer Maßnahmen – etwa Haltelinie beim Rentenniveau, Mütterrente und Aktivrente – bleiben zentrale Strukturprobleme ungelöst oder verschärfen sich teilweise. 

Die DIHK setzt sich dafür ein, die Rentenfinanzierung nachhaltig zu stabilisieren, die Arbeitsanreize für ältere Beschäftigte zu stärken und die private sowie kapitalgedeckte Vorsorge weiter auszubauen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu sichern und Generationengerechtigkeit im Alterssicherungssystem zu gewährleisten.

Hintergrund

Die Bevölkerung in Deutschland altert schneller als bislang angenommen, wie die 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung zeigt. In der gesetzlichen Rentenversicherung bedeutet dies: Die Zahl der Rentenbeziehenden wächst deutlich stärker als die der Beitragszahler. Gleichzeitig wurde das Rentenniveau politisch bei 48 Prozent bis 2031 festgeschrieben, wodurch der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel faktisch außer Kraft gesetzt ist. Dies führt zu steigenden Beitragssätzen und wachsenden Steuerzuschüssen, die bereits heute einen erheblichen Teil des Bundeshaushalts binden und fiskalische Spielräume für Zukunftsinvestitionen einschränken. Parallel dazu erhöhen Maßnahmen wie die erweiterte Mütterrente und Frühverrentungsoptionen die Kosten, und die letzgenannte entzieht dem Arbeitsmarkt dringend benötigte Fachkräfte. Reformen in der privaten Altersvorsorge sollen die kapitalgedeckte Säule stärken, können aber zum Teil tief in Marktmechanismen eingreifen und müssen aus Sicht der Wirtschaft sorgfältig austariert werden.

Die DIHK-Forderungen im Überblick

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DIHK-Stellungnahme Alterssicherungskommission  (PDF, 147 KB)

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Schwerpunkte:
  • Beschäftigung

Ansprechpartner

Porträtfoto Anne Zimmermann

Dr. Anne Zimmermann

Referatsleiterin Beschäftigung, Alterssicherung, Familie in der Arbeitswelt

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Christian Lebrecht

Referatsleiter Arbeitnehmerbesteuerung, Reisekosten, Erbschaft- und Schenkungsteuer