19.03.2026 - „Die hohen Benzinpreise sind eine extreme Herausforderung für viele Unternehmen. Gezielte politische Reaktionen sind nachvollziehbar. Aber: Die Krise in dem abgrenzbaren Mineralölmarkt wird aktuell von der Bundesregierung benutzt, um eine allgemeine und unverhältnismäßige Stärkung einer staatlichen Aufsicht in allen Märkten im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) einzuführen. Das lehnen wir ab – auch in der Art und Weise, wie das durch das Parlament gebracht werden soll.
Es ist vorgesehen, Regelungen, die in dem höchst kontrovers diskutierten Gesetzgebungsverfahren zur 11. GWB-Novelle im Jahr 2023 vom Parlament verworfen wurden, nun ohne vertiefte Debatte doch einzuführen. Konkret: dem Bundeskartellamt soll ermöglicht werden, nach einer Sektoruntersuchung alle Abhilfemaßnahmen durch Verwaltungsakt anzuweisen – und zwar unabhängig davon, ob die Unternehmen selbst zu einer Marktstörung beigetragen haben. Auf das Verhalten der Unternehmen oder einen Beitrag zu Wettbewerbsstörung soll es nicht mehr ankommen. In digitalen Märkten reichen die Sanktionen sogar bis hin zum Zwangsverkauf. Rechtmäßiges Verhalten darf aber nicht sanktioniert werden. Erst ein Fehlverhalten von Unternehmen erlaubt Sanktionen.
Die geplante Gesetzesänderung schafft eine in der freien Marktwirtschaft bislang unbekannte und auch nicht gewollte Möglichkeit: Ein Marktdesign durch Behörden. Eine solche branchenunabhängige Regelung im allgemeinen Wettbewerbsrecht wäre ein Signal des Misstrauens der gesamten Wirtschaft gegenüber.“
- Relevant im Themenfeld:
- Recht
Veröffentlicht 19.03.2026
Pressekontakt
Dominik Ohlig
Pressesprecher – Chef vom Dienst