Wissenschaftlerin blickt in ein Mikroskop

Forschungsförderung in der EU strategisch weiterentwickeln

Was sich die Wirtschaft vom 10. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FP10) erhofft, hat die DIHK Mitte 2025 in einem Positionspapier zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht die strategische Weiterentwicklung des Programms entlang der aus Sicht der Unternehmen vorrangigen Ansatzpunkte – von der angemessenen Finanzierung über eine Öffnung für Dual-Use-Technologien bis hin zur Senkung der Bürokratielast.

Dass die EU-Kommission im Rahmen des nächsten mehrjährigen EU-Haushaltes ab 2028 beabsichtigt, die Fördermittel für das Nachfolgeprogramm von Horizon Europe nahezu zu verdoppeln, ist aus Sicht der Unternehmen eine gute Nachricht. Die Wirtschaft hat jedoch noch weitere Wünsche an das "FP10".

Was ist das FP10?

Am 16. Juli 2025 hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag  zum zehnten Rahmenprogramm für Forschung und Innovation veröffentlicht. Es soll nach Angaben der EU-Kommission von 2028 bis 2034 mit rund 175 Milliarden Euro ausgestattet werden. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, Technologieentwicklung zu beschleunigen und Innovationen, besonders in Unternehmen, wirksam voranzubringen. 

Um im globalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren, sei es für die Europäische Union essenziell, ihre Stellung als Innovationsstandort zu stärken, betont die DIHK in einem Positionspapier zum 10. EU-Forschungsrahmenprogramm 2028 bis 2034.

Das Programm werde die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft in Europa in den nächsten Jahren entscheidend prägen. Europa müsse Innovationslücken zu Mitbewerbern in Drittstaaten schließen und sich als globaler Technologiestandort behaupten. 

Vier zentrale Prioritäten

Hierfür fordert die DIHK eine strategische Weiterentwicklung des FP10. So solle es als "eigenständiges, langfristig finanziertes und wirkungsvolles Programm" erhalten bleiben, bewährte Förderinstrumente weiterführen, aber politisch unabhängiger agieren und die Belange der gesamten gewerblichen Wirtschaft stärker in den Blick nehmen.

Zudem muss das FP10 nach Auffassung der Betriebe Synergien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken, den Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte erleichtern und dabei gezielt kleine und mittlere Unternehmen einbinden.

Um Unternehmen neue Marktchancen zu eröffnen und auch den Zugang zu zusätzlichen Finanzierungsquellen ermöglichen, sollte das Programm darüber hinaus Freiräume für Synergien zwischen ziviler und militärischer Forschungsförderung schaffen, so die DIHK. 

Und nicht zuletzt müssten bürokratische Hürden abgebaut und Antragsverfahren vereinfacht werden. Das würde den Unternehmen den Zugang zu Fördermitteln erleichtern und damit Innovationen schneller zum Durchbruch verhelfen. 

Die Forderungen auf einen Blick

  1. FP10 als eigenständiges Programm sichern und angemessen finanzieren

  2. Bewährte Förderinstrumente unter FP10 fortführen, unabhängiger gestalten 

  3. Synergien zwischen ziviler und militärischer Forschungsförderung ermöglichen

  4. Antrags- und Genehmigungsprozesse vereinfachen, Bürokratielast senken

Budgeterhöhung auch wirklich realisieren

Die im Vergleich zum laufenden Vorgängerprogramm Horizon Europe großzügigere Finanzierung ist nach Auffassung der DIHK notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Forschung und Innovation nachhaltig zu sichern. Nun liege es an Rat und Parlament, bei den bevorstehenden Haushaltsverhandlungen "den richtigen Schritt zu machen" und der geplanten Budgeterhöhung zuzustimmen. 

Nur so könne die aktuelle Unterfinanzierung exzellenter Forschung wirksam bekämpft werden, mahnt die DIHK. Zudem "würde eine höhere Förderung den teilnehmenden Unternehmen mehr finanzielle Planungssicherheit beim Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte bieten".

Download

Das vollständige Positionspapier ist hier abrufbar

Anforderungen an das 10. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union (PDF, 280 KB)

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  • Finanzierung
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Ansprechpartner

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Lorenz Kramer

Referatsleiter Wirtschaft in Europa

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Susanne Schraff

Pressesprecherin