21.05.2026 - Die Modernisierung des Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Mexiko kommt angesichts der angespannten wirtschaftlichen und handelspolitischen Lage genau zum richtigen Zeitpunkt. Mexiko ist in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Wirtschaftspartner für die deutsche Wirtschaft in Lateinamerika geworden. Zusätzlich zur industriellen Kooperation kann jetzt die Zusammenarbeit für unsere Unternehmen in wichtigen Bereichen wie Dienstleistungen und öffentliches Beschaffungswesen insbesondere ausgebaut werden.
Das modernisierte Abkommen geht weit über die bisherige Vereinbarung aus dem Jahr 2000 hinaus, die sich vor allem auf den Warenhandel konzentrierte. Künftig werden beispielsweise Finanzdienstleistungen, E-Commerce und Agrarhandel umfassend und zeitgemäß geregelt. Darüber hinaus wird das Abkommen einen besseren Zugang zu kritischen Rohstoffen bieten, so dass strategische Industrien in Europa gestärkt werden können.
Die Einigung sendet zugleich ein internationales Signal: Freihandel und wirtschaftliche Kooperation bleiben auch in schwierigen Zeiten gestaltbar. Gerade für exportorientierte Unternehmen in Deutschland schafft das Abkommen neue Chancen und mehr Planungssicherheit. Mexiko ist das mit Abstand wichtigste Zielland deutscher Exporte nach Lateinamerika. Umso wichtiger ist nun eine schnelle Ratifizierung durch das Europaparlament, damit die Unternehmen möglichst rasch von den verbesserten Marktbedingungen profitieren können.
Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt die deutsche Wirtschaft zugleich die Gespräche über die Zukunft des US-Mexiko-Kanada Abkommens USMCA. Ein mögliches Auslaufen des Abkommens würde insbesondere jene deutschen Unternehmen treffen, die auf eng verzahnte Lieferketten in Nordamerika angewiesen sind. Auch eine stärkere Angleichung handelspolitischer Maßnahmen Mexikos und Kanadas an die der USA könnte den Marktzugang für deutsche Unternehmen künftig erschweren. So beschränken die jüngsten Stahlzollerhöhungen der Länder auf Höhe der US-Außenzölle bereits jetzt den Außenhandel – teils auch den mit der EU. Die EU sollte hier auf die Einhaltung der vereinbarten Abkommen pochen.
2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von 15,6 Milliarden Euro nach Mexiko, die Importe aus Mexiko beliefen sich auf 9,5 Milliarden Euro. Damit liegt Mexiko auf Rang 24 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands weltweit.
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Veröffentlicht 21.05.2026
Pressekontakt
Susanne Schraff
Pressesprecherin