Geschäftsleute in Werkhalle

Konjunktur zu Jahresbeginn ohne Schwung – Erholung bleibt Stückwerk

Die DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2026 zeichnet ein bestenfalls leicht aufgehelltes Stimmungsbild unter den rund 26.000 Unternehmen aller Branchen und Regionen, die sich an der Erhebung beteiligten. Die DIHK rechnet für 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von nur einem Prozent.

Wesentliche Ergebnisse

  • Aktuelle Geschäftslage: Die Geschäftslage verbessert sich nur geringfügig gegenüber der Vorumfrage von Herbst 2025: Lediglich 25 % der Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als "gut", 24 % als "schlecht". Der Lagesaldo steigt um einen Punkt von 0 auf 1 Punkt.
  • Geschäftserwartungen: Die Geschäftserwartungen bleiben trotz leichter Aufhellung überwiegend trüb. Nur 16 % der Unternehmen erwarten für die kommenden zwölf Monaten bessere Geschäfte, 25 % schlechtere. Der Saldo der Geschäftserwartungen steigt gegenüber dem Herbst leicht um 3 auf minus 9 Punkte.
  • Geschäftsrisiken: Als häufigstes Geschäftsrisiko nennen die Unternehmen Arbeitskosten (59 %, Höchststand) und Inlandsnachfrage (58 %), gefolgt von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (58 %). 
  • Exporterwartungen: Die Exporterwartungen für die kommenden zwölf Monate stabilisieren sich: 22 % der Unternehmen rechnen mit sinkenden Ausfuhren, ebenso viele erwarten eine Steigerung. Der Saldo klettert von minus 10 auf 0 Punkte. 
  • Investitionsabsichten: Die Investitionsabsichten der Betriebe im Inland bleiben sehr zurückhaltend. Nur 23 % planen mit erhöhten Budgets, 31 % wollen ihre Investitionen verringern. Der resultierende Saldo von minus 8 Punkten bedeutet gegenüber dem Herbst (minus 9 Punkte) nur eine geringfügige Verbesserung.
  • Beschäftigungsabsichten: Die andauernde wirtschaftliche Schwächephase schlägt längst auf die Beschäftigungspläne durch. 12 % der Betriebe planen, ihren Personalbestand auszuweiten, 23 % gehen von einem Rückgang aus. Der Saldo liegt mit minus 11 Punkten etwas über dem der Vorumfrage (minus 13 Punkte). 

PK zur Konjunkturumfrage JP 2026

Melnikov: "Mit angezogener Handbremse kommen wir aus dem Tal nicht heraus"

Die neue DIHK-Konjunkturumfrage zeigt: Die Gesamtwirtschaft leidet weiter unter strukturellen Problemen, auch wenn es in einzelnen Branchen Lichtblicke gibt. Die DIHK fordert: 2026 muss das Jahr echter Reformen werden.

Datum der Veröffentlichung 17.02.2026

Aktuelle Geschäftslage

Die Stimmung der Unternehmen bleibt auch zu Jahresbeginn 2026 angespannt. Drei Jahre ohne wirtschaftliches Wachstum hinterlassen ihre Spuren in den Betrieben. Hinzu kommen ungelöste strukturelle Probleme am heimischen Standort sowie außenwirtschaftliche Unsicherheiten und Konflikte, die besonders die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart getroffen haben. Entsprechend zeigt die Geschäftslage der Unternehmen nur eine geringfügige Verbesserung. Lediglich 25 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als "gut", während 24 Prozent sie als "schlecht" einschätzen. Der Saldo von "gut"- und "schlecht"-Bewertungen der aktuellen Situation steigt minimal auf plus 1 Punkt (Herbst 2025: 0 Punkte), bleibt jedoch weit unter dem langjährigen Durchschnitt von plus 19 Punkten. Besonders im Handel ist die Geschäftslage weiterhin schwierig; bei den Dienstleistern hat sie sich etwa stabilisiert.


 

Geschäftserwartungen

Die Geschäftserwartungen bleiben überwiegend negativ. Nur 16 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte, während 25 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Der entsprechende Saldo liegt bei minus 9 Punkten, was zwar eine leichte Aufhellung gegenüber der Vorumfrage (minus 12 Punkte) darstellt; der langjährige Durchschnitt von plus 3 Punkten liegt aber nach wie vor in weiter Ferne. Besonders die Industrie gibt sich ein wenig optimistischer, während die Erwartungen im Handel weiterhin düster bleiben.

Geschäftsrisiken

Die Unternehmen sehen sich weiterhin mit zahlreichen Risiken konfrontiert – der DIHK-Risiko-Indikator verharrt mit einem Wert von 2,99 für die Gesamtwirtschaft (3,37 für die Industrie) auf einem Niveau deutlich über dem Durchschnittswert von 2,56 (Industrie: 2,85). 

Dabei verschiebt sich die Gewichtung der Themen leicht: 59 Prozent der Unternehmen (Herbst 2025: 56 Prozent) führen die Arbeitskosten als Risiko an, damit erreicht dieser Faktor einen Höchststand und landet gleichauf mit dem bisherigen Spitzenreiter Inlandsnachfrage. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen legen im Risiko-Ranking von 57 auf 58 Prozent knapp zu, während die Nennungen bei Energie- und Rohstoffpreise minimal von 49 auf 48 Prozent zurückgehen unter den energieintensiven Betrieben wird dieser Aspekt mit 68 Prozent allerdings weiterhin als sehr bedrohlich wahrgenommen. Die Auslandsnachfrage wird entspannter eingeschätzt als noch im Herbst – sie bewerten in der Exportindustrie noch 44 Prozent der Betriebe als Risiko  (nach 48 Prozent), und auch der Fachkräftemangel verliert vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur erneut an Bedeutung (40 nach 44 Prozent). In den Freitext-Antworten rangieren aktuell Bürokratie-Themen (mit 45 Prozent) ganz oben, gefolgt von Steuern (13 Prozent).

Exporterwartungen der Industrieunternehmen

Die Exportaussichten stabilisieren sich zu Jahresbeginn leicht. Der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden Ausfuhren rechnen, steigt auf 22 Prozent, während ebenfalls 22 Prozent sinkende Exporte erwarten. Der Saldo verbessert sich von minus 10 auf 0 Punkte. Besonders die chemische und die Pharmaindustrie zeigen optimistische Exporterwartungen, dagegen meldet der Kraftfahrzeugbau weiterhin schwache Aussichten.

Investitionsabsichten

Angesichts der verhaltenen Zukunftsaussichten bleiben die Unternehmen bei ihren Investitionsabsichten zurückhaltend. Nur 23 Prozent der Betriebe planen höhere Investitionen, während 31 Prozent Kürzungen vornehmen müssen. Der Saldo erreicht minus 8 Punkte, nachdem er im Herbst 2025 bei minus 9 Punkten gelegen hatte. 

Bei den Investitionsmotiven spielen praktisch unverändert der Ersatzbedarf (66 Prozent nach 67 Prozent in der Vorumfrage) und Rationalisierung (34 Prozent nach 33 Prozent im Herbst) die Hauptrolle. Erneut deutlich gesunken ist das Motiv der Kapazitätserweiterungen – von 25 auf 19 Prozent.

Beschäftigungsabsichten 

Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen folgen den verhaltenen Erwartungen: 12 Prozent der Betriebe planen, Personal einzustellen, während 23 Prozent mit einem Stellenabbau rechnen. Der Saldo liegt bei minus 11 Punkten. Am schlechtesten sind die Beschäftigungsabsichten in der Industrie, wo sich Einstellungs- und Entlassungspläne zu minus 18 Punkten saldieren. Besser schneidet etwa der Dienstleistungssektor mit einem Saldo von minus 7 Punkten ab.

DIHK-Prognose

"Wir rechnen 2026 mit einem schwachen Wachstum von einem Prozent, das zu einem großen Teil auf Statistik- und Kalendereffekten beruht. Das ist zu wenig, unsere Wettbewerber sind dynamischer."

Helena Melnikov am Tisch

Dr. Helena Melnikov

-- Hauptgeschäftsführerin

Die DIHK erwartet für das Jahr 2026 nur noch ein schwaches Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent. Die strukturellen Probleme und die schwache Nachfrage bleiben zentrale Herausforderungen. Positive Impulse könnten durch internationale Handelsabkommen und ein robustes weltweites Wirtschaftswachstum entstehen – vorausgesetzt, der Standort Deutschland gewinnt mit beherzten Reformen an Attraktivität und Effizienz.

Downloads

DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2026 (PDF, 10 MB)

DIHK-Economic Survey February 2026 (PDF, 9 MB)

Zeitreihen DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2026 (XLSX, 170 KB)

Relevant im Themenfeld:
Schwerpunkte:
  • Konjunktur
  • Beschäftigung
  • Wachstum
  • Industrie

Ansprechpartner

Porträtfoto Dr. Jupp Zenzen

Dr. Jupp Zenzen

Referatsleiter Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen