14.04.2026 - „Das Jahr startet mit einem weiteren Rekordhoch bei den Unternehmensinsolvenzen. Im Januar haben so viele Unternehmen insolvenzbedingt ihre Pforten schließen müssen wie seit 11 Jahren nicht mehr. Für viele Betriebe ist der Kostendruck inzwischen so groß, dass die finanziellen Reserven nicht mehr reichen. Ohne rasche und spürbare Kostensenkungen drohen weitere Negativrekorde in den kommenden Monaten.
Schon vor dem Krieg im Nahen Osten waren laut DIHK-Konjunkturumfrage die Energiekosten für fast jedes zweite Unternehmen ein zentrales Geschäftsrisiko. Alarmierend ist, dass sich die Belastungsspirale zuletzt beschleunigt hat. Der Energiepreisschock und Lieferkettenstörungen treiben die Kosten weiter nach oben. Mit einer Entspannung ist vorerst nicht zu rechnen.
Gerade deshalb braucht es jetzt entschlossenes wirtschaftspolitisches Handeln. Der aktuelle Beschluss des Koalitionsausschusses, die Energiesteuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate zu senken, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Unternehmen brauchen aber zudem weitere Entlastungen, welche auch längerfristig wirken. Insofern sollte die Stromsteuer für alle Unternehmen dauerhaft auf das europäische Mindestniveau gesenkt werden. Das schafft Planungssicherheit und würde helfen, Investitionsspielräume zu erschließen.
Mit Entlastungen bei den Energierechnungen würde wirtschaftlicher Druck nicht nur vom industriellen Mittelstand genommen, auch Gastronomie und zahlreiche energieintensive Dienstleister würden profitieren. Dringend geboten sind zudem Entlastungen bei den Arbeitskosten – inzwischen sehen fast 60 Prozent der Unternehmen sie als ernstes Geschäftsrisiko.
Insgesamt zeigt die Insolvenzentwicklung: Es reicht nicht, auf eine konjunkturelle Erholung oder auf eine Entspannung an den internationalen Märkten zu hoffen. Die Unternehmen brauchen jetzt einen mutigen wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag, der die Kostenbelastung dauerhaft senkt und Investitionen wieder ermöglicht. Nur wenn die Betriebe wieder Luft zum Atmen bekommen, lässt sich verhindern, dass sich die Insolvenzwelle weiter durch die Breite der Wirtschaft frisst.“
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Veröffentlicht 14.04.2026
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Petra Blum
Pressesprecherin