Nachdem bis November alle 19 teilnehmenden Mitgliedstaaten ihre Pläne eingereicht hatten, wurde im Januar die ersten 16 Investitionspläne genehmigt. Diese müssen nun noch vom Rat gebilligt werden.
SAFE ist eine Maßnahme der EU-Kommission, mit der sie die Verteidigung der EU und ihre Souveränität stärken will. Sie wurde im Rahmen des ReArm Europe – Readiness 2030 Verteidigungspakets vorgeschlagen und im Mai 2025 durch den Rat der EU beschlossen. Das Darlehensinstrument bietet den EU-Mitgliedstaaten finanzielle Mittel, um ihre Investitionen in Bereichen wie Verteidigung, Infrastruktur mit doppeltem Verwendungszweck, Cyberfähigkeiten und strategischen Lieferketten stark zu steigern. Die Mitgliedstaaten können bei diesen Darlehen von der hohen Bonität der EU profitieren. 19 Mitgliedstaaten hatten bis Ende November entsprechende Pläne eingereicht, um von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.
Bereits am 15. Januar 2026 erhielten die ersten acht Mitgliedstaaten (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Spanien, Kroatien, Zypern, Portugal und Rumänien) grünes Licht für ihre nationalen Verteidigungspläne. Im Rahmen einer zweiten Welle haben am 26. Januar auch Estland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Polen, die Slowakei und Finnland die entsprechende Genehmigung von der Kommission erhalten. Während den ersten Ländern Darlehen in Höhe von insgesamt 38 Milliarden Euro gewährt wurden, umfasst die zweite Welle ein Volumen von etwa 75 Milliarden Euro. Die Kommission hat ihre Evaluierungen dem Rat vorgelegt, der diese Entscheidungen innerhalb von vier Wochen bestätigen muss. Die ersten Zahlungen könnten dann im März 2026 erfolgen.
Gleichzeitig setzt die Kommission die Evaluierung der noch ausstehenden Pläne von Tschechien, Frankreich und Ungarn fort.
Deutschland gehört zwar nicht zu den Staaten, die ihr Interesse bekundet haben, aber die Bundesrepublik wird über die nationale Ausweichklausel zusätzlichen Haushaltsspielraum erhalten und sich ebenfalls an erhöhten Verteidigungsausgaben beteiligen. Außerdem ist es denkbar, dass deutsche Unternehmen in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit vermehrt Aufträge erhalten werden, deren Finanzierung über SAFE-Darlehen erfolgen wird.
Veröffentlicht 02.02.2026
Ansprechpartner
Thorben Petri
Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik
Malte Weisshaar
Referatsleiter Steuern in der EU | EU-Haushalt | Energiesteuern