Auch im Jahr 2025 verzeichneten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen ein Finanzierungsdefizit. Allerdings fiel dieses geringer aus als im Jahr davor: Das Minus lag rund 8 Milliarden Euro unter dem Wert von 2024. Grund dafür ist vor allem, dass die Staatseinnahmen mit 5,8 Prozent stärker wuchsen als die Ausgaben, die um 5,1 Prozent zulegten.
Die Entwicklung fiel unterschiedlich aus. Während die Länder (-54 Prozent) und die Sozialversicherungen (-90 Prozent) ihre Finanzierungsdefizite sehr deutlich reduzieren konnten, ist das Defizit des Bundes erneut angestiegen (+ 7,0 Prozent). Besonders jedoch die Gemeinden hatten 2025 mit einer starken Auseinanderwicklung von Einnahmen und Ausgaben zu kämpfen. Ihr Finanzierungsdefizit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent auf nunmehr 31 Milliarden Euro.
Finanzierungsdefizit / -überschuss des Staates in Milliarden Euro
| 2022 | 2023 | 2024 | 2025
|
|---|---|---|---|---|
Insgesamt
| -76,138 | -105,249 | -115,296 | -107,420 |
Bund
| -111,159 | -92,720 | -60,916 | -65,135 |
Länder
| 19,417 | -7,789 | -21,599 | -9,979 |
Gemeinden
| 6,823 | -13,535 | -20,956 | -31,120 |
Sozialversicherungen
| 8,781 | 8,795 | -11,824 | -1,186 |
| Finanzierungssaldo des Staates in % des nominalen BIP | -1,9 | -2,5 | -2,7 | -2,4 |
Quelle: Statistisches Bundesamt
Mit Blick auf das Bruttoinlandsprodukt ergibt sich daraus für 2025 eine Defizitquote für Deutschland von 2,4 Prozent. Damit bleibt Deutschland unter der 3 Prozent-Grenze des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts und erfüllt damit eine der Bedingungen für eine tragfähige Haushaltsführung. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die Staatsschuldenquote für das Jahr 2025 rund 64 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. In diesem Punkt verletzt Deutschland die Bedingung des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes, der einen Grenzwert von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorsieht.
Veröffentlicht 28.01.2026
Kontakt
Dr. Kathrin Andrae
Referatsleiterin Öffentliche Finanzen