Ein schwarzer Mann und eine weiße Frauen schütteln sich quer über einen Bürotisch die Hände

Paradigmenwechsel in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sollte sich aus Sicht der DIHK systematisch und konsequent für die Interessen der eigenen Wirtschaft und Unternehmen öffnen. In einem Positionspapier von Oktober 2025 empfiehlt sie Handel und Investitionen als Eckpfeiler der Kooperation mit Partnerländern.

Einen echten Paradigmenwechsel in der deutschen Entwicklungspolitik fordert die DIHK: weg von einer reinen Projektlogik, hin zu einer konsequenten Verknüpfung von Entwicklungszusammenarbeit mit Handel, Investitionen und Rohstoffsicherheit.

Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Herausforderungen gewinnt die Diversifizierung von Beschaffungs- und Absatzmärkten für deutsche Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Dabei rücken vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer verstärkt in den Fokus wirtschaftlicher Kooperationen. 

Deutschland verfügt über eine gut funktionierende und breit aufgestellte Außenwirtschaftsförderung (AWF) – zentral organisiert und durch den Föderalismus auch regional verankert. Doch andere Länder haben deutlich aufgeholt: Sie setzen mit strategischer, teils aggressiver Außenwirtschaftspolitik und enger Verzahnung mit der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) gezielt nationale wirtschaftliche Interessen durch – mit klaren Prioritäten auf Handel und Investition, abgestimmter Kommunikation zwischen Wirtschaft und Politik sowie schnelleren Entscheidungen der jeweiligen Regierungen. 

Reduzierte Budgets weltweit

Inzwischen geht auch in den westlichen Industrienationen die Tendenz in Richtung reduzierter Budgets für die Entwicklungszusammenarbeit, bei gleichzeitig stärkerer Förderung des Auslandsgeschäfts heimischer Unternehmen. Im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern verzichtet Deutschland bisher weitgehend darauf, die finanziellen und personellen Ressourcen der Entwicklungszusammenarbeit systematisch auch für die Interessen der eigenen Wirtschaft einzusetzen.

Aus Sicht der DIHK sollte sich auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit wesentlich stärker als bisher – systematisch und konsequent – für die Interessen der eigenen Wirtschaft und Unternehmen öffnen. Neben den bereits bestehenden Kooperationen im Bereich "Zusammenarbeit mit der Wirtschaft" haben vor allem bilateral vereinbarte Vorhaben das Potenzial, zur Ausweitung von Handel und Investition beizutragen. Dies betrifft Projekte der Technischen Zusammenarbeit (TZ) ebenso wie Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ). 

5 Ansatzpunkte

 

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  • Außenwirtschaft

Ansprechpartner

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Heiko Schwiderowski

Referatsleiter Subsahara-Afrika

Porträtfoto Olga van Zijverden

Olga van Zijverden

Referatsleiterin Grundsatzfragen der Außenwirtschaftspolitik