Die enorme Verteuerung von Erdöl und -gas seit Beginn des Iran-Krieges trifft die deutsche Wirtschaft in einer strukturellen Krise und in einer Phase großer Unsicherheit, insbesondere mit Blick auf die transatlantische Handelspolitik. Und sie zeigt einmal mehr die nach wie vor große Abhängigkeit der Unternehmen von fossilen Brennstoffen auf.
Im Interview mit dem Deutschlandfunk warb Volker Treier am 12. März deshalb dafür, der deutschen Energieversorgung breitere Grundlagen zu verschaffen: "Eins ist klar: Wir müssen diversifizieren – an jeder Stelle, und das gilt nicht nur für die internationalen Märkte", sagte er. Es sei gut, dass – teils nach jahrzehntelangen Verhandlungen – endlich Freihandelsabkommen abgeschlossen würden. Das müsse auch für den Bezug von Energie gelten.
Noch keine Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen in Sicht
Zwar sei es gleichzeitig erforderlich, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. "Aber wir werden lange nicht unabhängig von der Zulieferung fossiler Energieträger sein", gab der DIHK-Außenwirtschaftschef zu bedenken. Hier gelte es, die Bezugsländer zu diversifizieren, aber auch, die verschiedenen Arten der Energieträger und die Lieferwege zu diversifizieren. "Und auch das kostet dann Geld", so Treier, "wir müssen schauen, dass wir mit den vorhandenen Mitteln sorgsam umgehen."
Erneuerbare Energien nähmen einen steigenden Stellenwert ein, hätten aber auch ihre Limitierungen, erklärte er. Nötig seien ein "ganz starker Infrastrukturausbau" und Speicherkapazitäten, und gleichzeitig müsse eine grundlastfähige Energieversorgung gewährleistet sein. All dies müsse miteinander koordiniert werden und erfordere ein kluges Vorgehen. "Wir dürfen hier keine ideologischen Scheuklappen haben", mahnte Treier. "Es gilt, Märkte zu öffnen. Es gilt, sich resilienter aufzustellen."
Das gesamte Interview zum Nachhören gibt es auf der Website des Deutschlandfunks.
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Veröffentlicht 12.03.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin