An Länderhaushalte

Verhaltene Entwicklung der Steuereinnahmen

Im Oktober 2025 sind die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) nur um 0,5 Prozent gewachsen. Insgesamt sind die Entwicklungen in den einzelnen Steuerarten durch ihre Nähe und Ferne zur konjunkturellen Entwicklung sehr unterschiedlich.

Trotz der schwachen Konjunktur haben die stabilisierenden Elemente in der Steuerstruktur in 2025 bisher gewirkt: gestiegene Löhne und Gehälter sorgen – noch – für steigende Einnahmen und auch die Steuern vom Umsatz tragen bisher zu einem positiven Gesamtergebnis für die ersten zehn Monate bei. 

Aufkommen aus Gemeinschaftsteuern nahezu unverändert

Die Einnahmen aus der Lohnsteuer, die auf den Abschlüssen der letzten Monate beruhen, stiegen im Oktober um 7,6 Prozent (Januar bis Oktober 2025: +5,8 Prozent; Schätzung Gesamtjahr 2025: +5,3 Prozent). Die Steuern vom Umsatz hingegen verzeichneten im Oktober einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent (Januar bis Oktober 2025: +3,9 Prozent; Schätzung Gesamtjahr 2025: +3,0 Prozent). Lohn- und Umsatzsteuer machen einen großen Teil der gemeinschaftlichen Steuereinnahmen aus, die zwischen dem Bund, den Ländern und den Gemeinden aufgeteilt werden. Die Gemeinschaftsteuern, zu denen auch die Unternehmensteuern und die Abgeltungssteuer auf Zins- und Veräußerungserträge gehören, tragen wiederum mit rund 84 Prozent zum Gesamtsteueraufkommen (ohne Gemeindesteuern) bei. 

Gewinnsteuern spiegeln die schwierige konjunkturelle Lage

Die Ertragsteuereinnahmen von Unternehmen fallen vor allem in der veranlagten Einkommensteuer, die von Selbständigen und Personengesellschaften gezahlt wird, als auch bei der Körperschaftsteuer an. Während die veranlagte Einkommensteuer von Januar bis Oktober 2025 ein Plus von 6,4 Prozent (Schätzung Gesamtjahr 2025: +6,1 Prozent) erzielte, fallen die Körperschaftsteuereinnahmen mit einem Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringer aus (Schätzung Gesamtjahr 2025: -1,9 Prozent). Strukturell lässt sich die unterschiedliche Entwicklung dieser beiden Gewinnsteuerarten auch damit erklären, dass in der veranlagten Einkommensteuer der Anteil der Unternehmen, die dem produzierenden Gewerbe zugeordnet werden, mit 10-15 Prozent deutlich geringer sind als bei der Körperschaftsteuer. Hier sind ca. 30-35 Prozent der zahlenden Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, das stärker als andere Wirtschaftszweige unter der schwachen Konjunktur leidet. Ein leichter Aufwuchs bei den Körperschaftsteuereinnahmen im Zuge der leichten konjunkturellen Belebung wird erst 2026 erwartet. 

Ländersteuern verzeichnen besonders hohe Zuwächse

Besonders stark entwickeln sich schon über das gesamte Jahr 2025 die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer und der Grunderwerbsteuer, über die die Länder die Einnahmehoheit haben. Während die Erbschaftsteuer grundsätzlich volatiler als andere Steuerarten ist, bedingt jedoch die demographische Entwicklung eine stetige Zunahme des Erbschaftsteueraufkommens. Bis Ende Oktober sind die Einnahmen um 61,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen (Schätzung Gesamtjahr 2025: +49,1 Prozent). Noch 2021 erzielten die Länder Erbschaftsteuereinnahmen in Höhe von 9,8 Milliarden Euro. Ende 2025 sollen es bereits 14,9 Milliarden Euro sein – ein Aufwuchs von 52 Prozent in fünf Jahren. 

Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer sind unmittelbar an die Entwicklungen der Immobilienmärkte und die Konjunktur der Baubranche gebunden. Nachdem sich in den letzten Monaten die konjunkturelle Lage im Bau etwas aufgehellt hat und auch die Immobilienmärkte von geringeren Zinsen profitieren, fallen dementsprechend die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer deutlich höher aus als noch 2024. Bis Ende Oktober erzielten die Länder hier Einnahmen in Höhe von 12,7 Milliarden Euro (+19,4 Prozent; Schätzung Gesamtjahr 2025: +18,4 Prozent). Doch im Vergleich zu 2021 ist die Belebung bisher nicht so deutlich, als das Aufkommenshoch mit 18,3 Milliarden Euro erreicht wurde.

Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen verzeichneten zu Ende Oktober 2025 einen Zuwachs von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Schätzung Gesamtjahr 2025: 4,2 Prozent). Die Länder verbuchten in diesem Zeitraum ein Plus von 6,0 Prozent (Schätzung Gesamtjahr 2025: 5,1 Prozent). Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den Gemeinschaftsteuern stiegen um 6,6 Prozent (Schätzung Gesamtjahr 2025: 6,2 Prozent). 

Schwerpunkte:
  • Öffentliche Finanzen

Ansprechpartnerin

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Dr. Kathrin Andrae

Referatsleiterin Öffentliche Finanzen