Reaktion von Volker Treier

Weiter Rekordniveau bei Unternehmensinsolvenzen – entschlossenes wirtschaftspolitisches Handeln erforderlich

DIHK-Chefanalyst Volker Treier zu den aktuellen Insolvenzzahlen

22.05.2026 - „Die Unternehmensinsolvenzen liegen weiterhin auf Rekordniveau. Sie erreichen im Februar knapp den Zwölfjahresrekord des Vorjahres – und das, obwohl nicht aus allen Bundesländern aktuelle Zahlen vorliegen. Daran zeigt sich, wie angespannt die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist. Die Binnenwirtschaft kommt weiterhin nicht in Schwung. Zudem treiben die Entwicklungen im Nahen Osten die Energiepreise nach oben und führen zu Verwerfungen in den Lieferketten.

Viele Unternehmen leiden unter einer schleppenden Nachfrage, hohen Kosten für Arbeit und Energie sowie unter anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die finanziellen Puffer sind in Teilen der Wirtschaft aufgebraucht – immer mehr Betriebe müssen ihre Pforten schließen.

Besorgniserregend ist auch der Blick nach vorn. Erste Auswertungen der laufenden DIHK‑Konjunkturumfrage zeigen, dass sich die Erwartungen der Unternehmen an das Geschäft in den kommenden Monaten wieder eintrüben. Von einer Aufbruchstimmung, die in Ansätzen vor einigen Monaten erkennbar war, kann heute keine Rede sein.

Gerade vor diesem Hintergrund braucht es jetzt wirtschaftspolitischen Aufbruch und entschlossenes Handeln der Bundesregierung. Eine konjunkturelle Selbstheilung wird es kaum geben. Entscheidend sind spürbare Entlastungen bei den Kosten, ein deutlich schnellerer und durchgreifender Bürokratieabbau, schnellere Entscheidungsprozesse bei Infrastrukturvorhaben und Genehmigungen sowie mehr Planungssicherheit – im Inland und im internationalen Geschäft. 

Ein besonderes Augenmerk legt gerade der Mittelstand auf die geplanten Steuerentlastungen. Besonders bei der Einkommensteuer, der zentralen Steuer für Erträge in mittelständischen Unternehmen, sollte es zu Entlastungen kommen. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei vermeintlichen Spitzenverdienern um stärker besteuerte Unternehmensgewinne im Mittelstand handelt. In diesem Fall drohen bei stärkerer Besteuerung weniger Liquidität in vielen Betrieben, ein weiteres Absacken der Investitionen und am Ende auch noch mehr Schließungen.“

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Sven Ehling

Pressesprecher | Visuelle Kommunikation