Im SWR Kultur Forum "Made in Europe – neue Chance für die Wirtschaft?" erklärte Kober am 3. März: "Wir haben in Europa und auch in Deutschland zunehmend ein Wettbewerbsfähigkeitsproblem." Während die Wirtschaft weltweit wachse und in Deutschland stagniere, entwickle sich die weltweite Handelspolitik zunehmend in Richtung Machtpolitik. "Auf die globalen Regeln, die vereinbart wurden, können sich auch deutsche Unternehmen immer weniger verlassen", so Kober. Daher wachse in der deutschen Wirtschaft zunehmend das Verständnis für europäische Präferenzen in sicherheitspolitischen Bereichen und bei kritischer Infrastruktur. Nicht jeder Teil der Wirtschaft sei jedoch strategisch.
Auch wenn "Buy European" zunächst vernünftig klinge, so bedeute es zu Ende gedacht einen "tiefen Eingriff in die unternehmerische Freiheit", warnte Kober. "Da geht es um Detailsteuerung von Produktionsentscheidungen, Investitionsentscheidungen." Solche kleinteiligen Regulierungen würden für die Unternehmen Kosten verursachen, zu Bürokratie führen, den Wettbewerb verzerren und die Inflation antreiben. Das gelte es gut abzuwägen, zumal Drittstaaten auch Gegenmaßnahmen ergreifen könnten.
Am Beispiel der Batterieproduktion verwies der DIHK-Experte auf die über Jahrzehnte gewachsenen Lieferketten, die nicht über Nacht geändert werden könnten. Zwar gehe es beim Entwurf der EU-Kommission um energieintensive Branchen und Netto-Null-Technologien, doch die geplanten Maßnahmen wirkten sich auf alle Unternehmen in den Lieferketten aus, die dann etwa komplexe Ursprungsnachweise beibringen müssten. Damit gebe es "Auswirkungen auf einen großen Teil der Wirtschaft".
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Veröffentlicht 03.03.2026
Aktualisiert 06.03.2026
Ansprechpartner
Klemens Kober
Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen
Susanne Schraff
Pressesprecherin