23.01.2026 - Die Welthandelsorganisation (WTO) bietet das Grundgerüst für den Außenhandel mit 166 Ländern, die 98 Prozent des Welthandels ausmachen. Doch zuletzt wird die WTO zunehmend in Frage gestellt. Die neue Hochzollpolitik der USA verstößt klar gegen WTO-Verpflichtungen, genauso wie viele der US-Handelsdeals. Mit Blick auf die anstehende 14. WTO-Ministerkonferenz in Kamerun positioniert sich die DIHK mit einem Positionspapier zur Zukunft der Welthandelsordnung.
„Neben dem WTO-System entsteht aktuell eine parallele handelspolitische Realität – geprägt von Unsicherheit, Protektionismus und dem Recht des Stärkeren“, erklärt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft ist das eine gefährliche Entwicklung. Unsere Unternehmen sind angewiesen auf offene Märkte, faire und transparente Regeln sowie deren Durchsetzung. Die EU muss sich mit aller Kraft für den Erhalt der WTO einsetzen.“
Aus Sicht der deutschen Wirtschaft gilt es, die WTO durch eine strategische Reformagenda auf zukünftige geoökonomische und technologische Herausforderungen vorzubereiten. Das DIHK-Papier „Impulse für die neue Welthandelsordnung“ schlägt hierzu folgende Prioritäten vor:
1. WTO erhalten und reformieren
2. Koalition für Freihandel und faire Regeln schmieden
3. Digitalzölle verhindern
4. Nachhaltigkeit global statt unilateral vorantreiben
5. Mittelstand mitdenken
„Um die WTO zu erhalten, sollte verstärkt die EU Verantwortung übernehmen und Reformen anstoßen“, fordert Treier. „Unter anderem braucht die Wirtschaft dringend globale Vereinbarungen zu digitalem Handel, zu Industriepolitiken und Nachhaltigkeit anstelle von nationalen Alleingängen. Auch müssen Lücken in den WTO-Regeln für Industriesubventionen dringend geschlossen werden. Das WTO-Verbot von Zöllen auf digitale Übertragungen sollte zudem weitergeführt verlängert werden. Um die Einbindung kleiner und mittelständischer Unternehmen in globale Wertschöpfungsketten zu erleichtern, müssen sich die WTO-Mitglieder außerdem auf eine Mittelstandsagenda einigen.“ Durch den WTO-Beitritt der EU-Nachbarländer Serbien, Bosnien-Herzegowina und Kosovo, aber auch weiterer Kandidaten wie Usbekistan und Äthiopien, könnten und die WTO-Regeln darüber hinaus einen noch größeren Teil des Welthandels absichern.
Das DIHK-Positionspapier „Impulse für eine Neugestaltung der Welthandelsordnung“ finden Sie hier.
- Relevant im Themenfeld:
- Internationaler Handel
- Schwerpunkte:
-
- Außenwirtschaft
Veröffentlicht 23.01.2026
Pressekontakt
Für die Presse
Julia Löffelholz
Pressesprecherin