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Rasante Technologiesprünge, geopolitische und gesellschaftliche Umbrüche: Deutsche Betriebe sind mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die IHK-Organisation diskutiert intensiv Lösungen, daraus Wachstumschancen zu entwickeln – etwa bei der DIHK-ESMT-Konferenz "Zukunft der Wirtschaft" Mitte Juni.
Wie bewertet die Wissenschaft die anstehenden Herausforderungen, und welche möglichen Wege sieht sie, diese zu bewältigen? Gemeinsam mit der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin organisierte die DIHK im Haus der Deutschen Wirtschaft einen spannenden Austausch mit führenden Ökonominnen und Ökonomen des Landes, die zugleich in der politischen Beratung eine wichtige Rolle spielen.
Konferenz: Zukunftsbild Wirtschaft
Gipfeltreffen des Spitzenökonomie
Die "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm begrüßt Markus Brunnermeier von der Princeton University, der auch die Keynote über "Wirtschaft im Wandel" gehalten hat. Links im Bild: der Düsseldorfer Volkswirtschaftsprofessor Justus Haucap, einst Vorsitzender der Monopolkommission.
"Wir brauchen dringend mutige Reformen", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov zur Eröffnung der Konferenz. "Eine enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ist dafür sehr wichtig." Co-Gastgeber Jörg Rocholl, Präsident der ESMT, verdeutlichte die Größe der Herausforderung: "Selbst wenn jetzt die Rente oder auch andere Reformvorhaben durch sind – das ist ja nicht das Ende dessen, was diskutiert werden muss."
In seiner Keynote zur "Wirtschaft im Wandel" präsentiert Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier eine "10-Punkte-Agenda für Deutschland". Dazu gehören nicht nur richtige Einzelentscheidungen, sondern auch ein "neuer roter Faden" für ein Gesamtnarrativ. Statt sich auf "Risiken minimieren, Änderungen abwehren" zu konzentrieren, müsse Deutschland mehr Mut zum "Experimentieren und Hinschwenken zum Neuen" entwickeln, so Brunnermeier.
Die Rolle der IHKs im Wandel der Wirtschaft
Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen und Mitglied im Volkswirte-Kreis der Industrie- und Handelskammern, thematisiert die Rolle der Kammern bei den anstehenden Transformationsprozessen. Sie fördern im Wandel Resilienz und Rahmenbedingungen der Unternehmen in einer stabilen Marktwirtschaft.
Muss der Ordnungsrahmen der sozialen Marktwirtschaft angepasst werden? Sehr differenzierte Antworten dazu diskutierten (v.l.) Ex-Sachverständigenrat-Vorsitzender Lars Feld, Jörg Rocholl (ESMT), aktuelles Sachverständigenrat-Mitglied Veronika Grimm, Moderatorin Inga Michler, Stefan Kolev vom Ludwig-Erhard-Forum, Antje Rummer von der FU Berlin, Nicola Fuchs-Schündeln von der Goethe-Universität Frankfurt und Stefan Kooths vom Kiel-Institut für Weltwirtschaft.
Wachstum braucht Veränderung
Mehr Freiheit und Vertrauen in die Leistungsträger der Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen – fordert die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Die bräuchten Handlungsspielräume, damit daraus auch Wachstum entstehen könne. Sitznachbar Jörg Rocholl weist auf fehl geleitetes Kapital in Deutschland hin: Rund 40 Prozent der Ersparnisse lagerten in Sicht- und Sparanlagen mit negativen Realrenditen.
Vor allem kleine und mittlere Unternehmen kämpften oft mit aufwendigen Ursprungsnachweisen, die sie im Rahmen von internationalen Handelsabkommen für ihre Produkte vorlegen müssten, so Lisandra Flach vom ifo-Institut München, eine gebürtige Brasilianerin. Deshalb müssten die Abkommen mittelstandsfreundlicher und pragmatischer gestaltet werden.
Rainer Kambeck (r.), selbst Volkswirt aus der Wissenschaft sowie inzwischen als DIHK-Bereichsleiter täglich an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft unterwegs, hat das Programm und die Panels zusammen mit ESMT-Präsident Jörg Rocholl (l.) zusammengestellt.
Die wichtigsten Gestalter der wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes sind aus Sicht der Industrie- und Handelskammern (IHKs) Deutschlands Unternehmerinnen und Unternehmer. Mit ihnen und für sie hat die DIHK deshalb die Kampagne "Wir unternehmen das" gestartet, die ein weiteres, wesentliches Element der praxisorientierte Debatte ist. Auch dazu liefert dieses Dossier weitere Infos sowie den Link zur Mitmach-Plattform.
G7-Gipfel in Évian, EU-Rat, US-Zolldeals, Iran-Krieg – gleichzeitig die Arbeiten aneinem großen Reformpaket: Das Timing der DIHK-ESMT-Konferenz war alles andere als zufällig. Hier können Sie im Video die Analysen und Empfehlungen von Top-Ökonominnen und -Ökonomen nachverfolgen.
Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier entwirft eine Agenda für Deutschland: Weg vom Stabilitätsdenken, hin zu proaktiver Anpassungsfähigkeit – und eine europäische KI-Strategie, die die Wertschöpfung im richtigen Bereich verankern soll.
Sieben führende Ökonominnen und Ökonomen sind sich in der Diagnose weitgehend einig: zu viel Staat, zu wenig Dynamik. Die Kontroversen beginnen beim richtigen Ausweg – und beim richtigen Narrativ.
Drei Ökonomen debattieren über den richtigen Rahmen für Industriepolitik: Kann der Staat Technologiesprünge gezielt fördern – oder scheitert er regelmäßig an fehlender Governance und falschen Prioritäten?
Trump-Zölle, Iran-Krieg, strukturelle Lieferkettenrisiken: Deutsche Unternehmen wirtschaften unter Dauerstress. Drei Experten zeigen, wo echte Risiken lauern – und warum eine EU-Handelsoffensive mehr leisten kann, als viele erwarten.
Die deutsche Wirtschaft schafft täglich Arbeitsplätze, treibt Innovationen voran und übernimmt Verantwortung: Mit ihrer neuen Kampagne "Wir unternehmen das" macht die IHK-Organisation auf die Leistungen der mehr als drei Millionen Unternehmen in Deutschland aufmerksam.