Peter Adrian_Reaktion

"Die Risiken steigen spürbar"

DIHK-Präsident Peter Adrian zu den Auswirkungen des Iran-Konflikts für deutsche Unternehmen

04.03.2026 - "Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts sind für die deutschen Unternehmen noch nicht abschließend absehbar – aber die Risiken steigen spürbar. Während die Ölpreise an der Börse bislang vergleichsweise moderat reagieren, sehen wir bei den Gaspreisen bereits deutliche Ausschläge.  

Kurzfristig dürfte sich das für die meisten Betriebe und auch für private Haushalte nicht unmittelbar bemerkbar machen, weil Gaslieferungen an Endkunden überwiegend über langfristige Verträge abgesichert sind. Hält die Krise jedoch an, werden Neuverträge deutlich teurer. Dann schlagen die Belastungen mit voller Wucht in der Wirtschaft durch.  

Mit Sorge blicken wir zudem auf die anstehende Wiederbefüllung der weitgehend leeren Gasspeicher. Wenn dies nur zu erheblich höheren Kosten gelingt, drohen auch im kommenden Winter dauerhaft hohe Gaspreise. Das würde die  Wettbewerbsfähigkeit vieler energieintensiver Betriebe weiter schwächen.  

Beim Öl zeigt sich die Entwicklung deutlich schneller: Steigende Weltmarktpreise kommen unmittelbar an der Tankstelle an. Hier gibt es kurzfristig kaum Alternativen. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen – im Handwerk, im Handel oder in der Logistik – sind höhere Spritpreise eine direkte und kaum vermeidbare Belastung. Sie können diese zusätzlichen Kosten nur sehr eingeschränkt an ihre Kunden weitergeben. Das erhöht den Druck auf die Unternehmen."

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Julia Fellinger

Pressesprecherin