Reaktion von Volker Treier

„Ein EU-Indien-Handelsabkommen ist ein echter Game-Changer“

Zum EU-Indien-Gipfel in Neu-Delhi äußert sich DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier

Diese Woche findet der EU-Indien-Gipfel in Neu-Delhi statt. Dabei könnte am Dienstag ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien abgeschlossen werden. Hierzu erklärt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier:

26.01.2026 - „Für die deutsche Wirtschaft ist ein EU-Indien-Handelsabkommen ein echter Game-Changer. Das Abkommen kann die zum Teil beachtlichen Zollsätze und Handelshürden, die beim Eintritt zum indischen Markt für unsere Unternehmen zu beachten sind, helfen abzubauen. Hierfür sollten sich Bundesregierung und EU-Kommission nachdrücklich einsetzen. Insbesondere wären signifikante Zollsenkungen für Industrieprodukte für Unternehmen aus dem Automobil- und Maschinenbau sowie dem Chemiesektor eine derzeit absolut wünschenswerte Konjunkturhilfe.

Wichtig ist zudem, dass der Marktzugang nicht durch die Hintertür mit überbürokratischen Ursprungsregeln konterkariert wird. Damit die Unternehmen das Abkommen auch nutzen können, darf die Nachweisführung beim Warenursprung keine neuen Dokumentationspflichten enthalten. Aufgrund der Bedeutung des deutsch-indischen Dienstleistungshandels und der vielen deutschen Investitionen im Land sollte sich Indien auch in den Bereichen von Dienstleistung und Tech-Industrie öffnen. Wichtig für deutsche Unternehmen ist darüber hinaus, dass Indien technische Handelshemmnisse etwa bei der sehr bürokratischen Zertifizierungsvorgaben für die Produktzulassungen abbaut.

Auch wenn durch ein bilaterales Abkommen der Außenhandel mit Indien in seiner Breite erleichtert und abgesichert werden kann, bleibt die Welthandelsorganisation für die deutsche Wirtschaft der Grundpfeiler für die internationalen Handelsbeziehungen. Die Bundesregierung und die EU sollten sich dafür einsetzen, dass Indien auch konstruktiv an einer Reform und Weiterentwicklung des regelbasierten multilateralen Handelssystems mitwirkt. Bislang ist das eher nicht der Fall.“

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Julia Löffelholz

Pressesprecherin