Reaktion von Volker Treier

"Straße von Hormus muss ohne Einschränkungen rasch, sicher und verlässlich wieder genutzt werden können"

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zur angekündigten Einigung zwischen den USA und Iran und zur möglicherweise baldigen Wiederöffnung der Straße von Hormus

15.06.2026"Die angekündigte Einigung zwischen den USA und Iran könnte den Weg dafür ebnen, dass sich eine der wichtigsten Schlagadern des Welthandels bald wieder öffnet. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie verwundbar globale Lieferketten und Energiemärkte gegenüber geopolitischen Eskalationen sind. Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. 

Für die Wirtschaft kommt es nun darauf an, dass die Passage ohne Einschränkungen wie Gebühren rasch, sicher und verlässlich wieder genutzt werden kann. Das gilt ebenso für andere strategische Seewege, deren freie Befahrbarkeit eine zentrale Voraussetzung für stabile Lieferketten und den internationalen Handel ist. Europa sollte sich gemeinsam mit seinen Partnern dafür einsetzen, diese Handelsrouten offen zu halten und Exportverbote für kritische Güter wie Energie, Rohstoffe, Lebensmittel oder Medizin zu verhindern. 

Für viele deutsche Unternehmen wären sinkende Energie- und Transportkosten sowie eine höhere Planbarkeit der Lieferketten ein dringend benötigtes Signal. Die ersten Reaktionen an den Rohstoffmärkten zeigen, wie groß die Bedeutung einer Deeskalation für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit ist. 

Entscheidend ist nun, dass die vereinbarte Einigung Bestand hat und die angekündigten Verhandlungen zügig zu tragfähigen und verlässlichen Lösungen führen. Unternehmen benötigen vor allem Stabilität, Rechtssicherheit und offene Handelswege. Jede weitere Eskalation würde die ohnehin hohen Belastungen für die Wirtschaft erneut verschärfen. 

Die gute Nachricht von heute ersetzt nicht die Lehre der vergangenen Wochen: In einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft wird die Fähigkeit, auf alternative Märkte, Lieferanten und Transportwege ausweichen zu können, immer stärker zum Wettbewerbsfaktor."  

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Julia Fellinger

Pressesprecherin