01.07.2026 - „Unser Standortproblem ist nicht abstrakt. Es zeigt sich ganz konkret in zurückgestellten Investitionen, steigenden Insolvenzen und mehr als 10.000 verlorenen Industriearbeitsplätzen, Monat für Monat. Wirtschaften muss wieder einfacher, attraktiver und verlässlicher werden. Das heißt konkret: Keine neuen Belastungen für den Mittelstand.
Eine Anhebung des Spitzensteuersatzes oder der sogenannten Reichensteuer trifft vor allem Personenunternehmen: Handel, Familienunternehmen, industrielle Zulieferer. Also genau diejenigen, die investieren, ausbilden und vor Ort Verantwortung tragen.
Auch eine höhere Mehrwertsteuer wäre der falsche Weg. Das gesamte Steueraufkommen liegt in diesem Jahr bei rund 990 Milliarden Euro und hat sich damit in 20 Jahren verdoppelt. Die Antwort auf unsere Wachstumsschwäche kann daher nicht sein, Unternehmen noch stärker zu belasten, sondern die Ausgaben strukturell zu überprüfen und Prioritäten zu setzen.
Beim Bürokratieabbau gilt: Nicht ankündigen, sondern umsetzen. Die Bürokratie kostet uns 146 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung jährlich, das sind fast 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Für einen konsequenten Abbau braucht es einen echten Systemwechsel. Ein Moratorium für Berichts-, Nachweis- und Dokumentationspflichten. Gelten darf nur, was verfassungs- oder europarechtlich zwingend ist. Nicht die Entlastung muss begründet werden, sondern jede einzelne Belastung.
Ein solch konsequenter Bürokratieabbau wäre das größte Wachstumsprogramm, das wir ohne einen einzigen Euro Mehrausgaben haben könnten.
Und auch beim Arbeitsmarkt brauchen wir neue Akzente: Wer auf eine Wochenarbeitszeit statt einer starren Tageshöchstgrenze umstellt, gibt Betrieben und Beschäftigten Spielraum, Auftragsspitzen abzufedern und Produktivität zu heben. Das ist kein Eingriff in den Schutz der Beschäftigten, sondern ein Update an die Realität moderner Arbeit.
Diese Logik gilt für alle Felder, die beim Koalitionsausschuss auf dem Tisch liegen. Wachstum ist kein Thema neben anderen, es ist die Voraussetzung für Wohlstand, Beschäftigung und stabile öffentliche Haushalte.
Mein Appell an die Regierungskoalition lautet daher: Beschließen Sie nichts, was Wachstum erschwert. Beschließen Sie, was Investitionen, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit wieder möglich macht.
Der Standort braucht keine neuen Lasten. Er braucht einen Aufbruch.”
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Veröffentlicht 01.07.2026
Pressekontakt
Dominik Ohlig
Pressesprecher – Chef vom Dienst