Am 29. Juni kommen EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und Chinas Handelsminister Wang Wentao in Brüssel zusammen. Dazu erklärt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier:
28.06.2026 – "Die deutsche Wirtschaft setzt auf konstruktive Gespräche zwischen der EU und China. Entscheidend ist jetzt, dass Europa seine wirtschaftlichen Interessen geschlossen und mit klarem Kurs vertritt. Viele Unternehmen leiden zunehmend unter Wettbewerbsverzerrungen, die den Standort Europa bedrohen. Andererseits bleibt die Nachfrage des Wirtschaftsgiganten China nach deutschen und europäischen Produkten bereits seit Längerem auffällig schwach. An dieser Nachfrageschwäche sollte China mit Nachdruck arbeiten, um wieder stärker Vertrauen bei europäischen Anbietern zu gewinnen.
Neue Handelskonflikte helfen niemandem. Stattdessen sollten die EU und China einen zielgerichteten Mechanismus schaffen, um Handels- und Investitionsherausforderungen zu adressieren. Ganz oben auf die Agenda gehört aus Sicht der deutschen Wirtschaft ein rasches Ende der chinesischen Exportbeschränkungen für kritische Rohstoffe.
Beim eigenen Handelsschutz sollte Europa strategisch und mit Augenmaß handeln. Da viele Unternehmen und etliche Sektoren rasche Lösungen bei Wettbewerbsverzerrungen von Drittstaaten benötigen, sollten prioritär bestehende Schutzinstrumente weiterentwickelt werden. Maßnahmen wie die verschärften Stahlimportbeschränkungen oder CBAM können einzelne Branchen entlasten. Wichtig dabei ist, die Konsequenzen für die nachgelagerten Wertschöpfungsketten aber mitzudenken. Die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Branchen sollte nicht auf Kosten anderer gehen.
Ein mögliches neues Diversifizierungsinstrument sollte insbesondere positive Anreize für Unternehmen schaffen, anstatt Handelskonflikte voranzutreiben.
Generell gilt: Wirtschaftliche Sicherheit entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch den Abbau strategischer Abhängigkeiten – etwa bei kritischen Rohstoffen oder digitalen Schlüsseltechnologien – und durch fairen Wettbewerb. Hierfür ist insbesondere der rasche Abschluss von weiteren Handelsabkommen zur Lieferkettendiversifizierung nötig."
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Veröffentlicht 28.06.2026
Aktualisiert 26.06.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin