02.03.2026 - „Gut, dass der Kanzler das Gespräch in Washington sucht. Gerade jetzt brauchen unsere Unternehmen vor allem eines: Klarheit über unsere Wirtschaftsbeziehungen. Denn die handelspolitische Unsicherheit mit den USA ist für die deutsche Wirtschaft längst zu einem echten Risikofaktor geworden.
Knapp ein Jahr nach dem sogenannten ‚Liberation Day‘ und der Ankündigung pauschaler Strafzölle hat sich die Lage nicht beruhigt – im Gegenteil. Das jüngste Urteil des US Supreme Court, das eine zentrale Rechtsgrundlage der Zollpolitik kassiert hat, erhöht die Unsicherheit zusätzlich. Neue Maßnahmen stehen im Raum, mögliche Rückerstattungen sind offen – Planbarkeit sieht anders aus. Eine aktuelle Umfrage unter exportierenden deutschen Unternehmen zeigt, dass schon jetzt mehr als zwei Drittel der Unternehmen mit US-Geschäft durch die handelspolitische Unberechenbarkeit in ihren Aktivitäten spürbar beeinträchtigt werden.
Die Strategie, mit hohen Zöllen Investitionen in den USA zu erzwingen, geht bislang nicht auf. Nur eine kleine Minderheit plant, neue oder zusätzliche Investitionen dort vorzunehmen. Die Hälfte der Unternehmen fährt ihr Engagement zurück oder verschiebt Projekte. Wer Investitionen anziehen will, muss Vertrauen schaffen – keine täglichen Richtungswechsel.
Deshalb ist klar: Dialog ist richtig und notwendig. Aber er muss zu belastbaren, verlässlichen Lösungen führen. Unsere Unternehmen brauchen stabile Rahmenbedingungen – nicht die nächste Eskalationsrunde im transatlantischen Handel.“
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Veröffentlicht 02.03.2026
Pressekontakt
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Julia Fellinger
Für die Presse