28.05.2026 - “Die deutsche Wirtschaft steht international unter enormem Wettbewerbsdruck. Vielfach sind unfaire, nicht marktwirtschaftliche Praktiken die Ursache, wogegen Europa entschieden vorgehen muss. Zugleich sind aktuelle Standortnachteile oft hausgemacht. Vor diesem Hintergrund würde eine Eskalation von Handelskonflikten viele Unternehmen in Deutschland zusätzlich erheblich belasten.
Die EU braucht deshalb eine kluge Außenhandelsstrategie: mehr Handel und Investitionen mit vertrauensvollen Partnerländern, neue Handelsabkommen und weniger strategische Abhängigkeiten. Bei Handelsschutzmaßnahmen müssen die Interessen von Produzenten, Nutzern und dem Wirtschaftsstandort Europa strategisch abgewogen berücksichtigt werden. Der kurzfristige Schutz einzelner Branchen darf nicht zulasten der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaftsstandorte insgesamt gehen – und nicht jedes Produkt ist strategisch relevant.
Bevor neue defensive handelspolitisch relevante Instrumente geschaffen werden, sollten zunächst Handelsdaten umfassend analysiert und bereits existierende Instrumente auf Eignung überprüft werden. Zugleich braucht es eine breite Einbindung der Unternehmen – insbesondere kleinerer und mittlerer Betriebe – in diesem Diskurs- und Entscheidungsprozess. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft wird entscheidend sein, dass die Definition von Überkapazitäten am Ende nicht zum Bumerang für Europas eigene Industrie wird.“
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Veröffentlicht 28.05.2026
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Julia Fellinger
Pressesprecherin