Helena Melnikov_Reaktion

Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland gerät massiv unter Druck

DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov zur Gemeinschaftsdiagnose der Forschungsinstitute

01.04.2026 - „Der Krieg im Nahen Osten und die rasant gestiegenen Energiepreise dämpfen die Erwartungen auf eine wirtschaftliche Erholung spürbar. Auch im sechsten Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie droht Deutschland allenfalls schwaches Wachstum. Dabei ist Wachstum die Voraussetzung dafür, den finanziellen Spielraum für Investitionen in unsere Standortqualität zu sichern. Das betrifft Investitionen in moderne Infrastrukturen ebenso wie in Bildung, in die Resilienz des Standortes und nicht zuletzt in unsere Verteidigungsfähigkeit.

Schon vor der aktuellen Eskalation im Nahen Osten waren die Rahmenbedingungen für viele Betriebe schwierig. Hohe Energie- und Arbeitskosten, im internationalen Vergleich hohe Steuern sowie eine überbordende Bürokratie, oft in Form unnötiger Berichtspflichten, setzen die Unternehmen seit Jahren unter Druck. Dass inzwischen monatlich 2.000 Unternehmen Insolvenzen anmelden und damit der höchste Stand seit 2014 erreicht ist, ist ein Alarmzeichen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die großen geopolitischen Entwicklungen können national nur begrenzt beeinflusst werden. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung konsequent dort ansetzt, wo sie Einfluss hat. Konkret heißt das: Energie- und Arbeitskosten sowie die steuerliche Belastung senken, Bürokratie und Berichtspflichten spürbar zurückfahren und Verfahren auf allen Ebenen deutlich beschleunigen. Es ist ein wichtiges Signal, dass Reformen der sozialen Sicherungssysteme angekündigt wurden. Auch die Preise für Kraftstoffe und Strom sollten durch ein Zurücknehmen der Energie- und der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß gesenkt werden, Unternehmensteuern sollten früher und entschiedener sinken, Investieren und Bauen müssen einfacher und deutlich schneller möglich sein. Es mangelt nicht an Vorschlägen, das Land voranzubringen. Es kommt jetzt auf die Umsetzung an.“

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Sven Ehling

Pressesprecher | Visuelle Kommunikation