25.09.2025 - „Die Lage der deutschen Wirtschaft bleibt ernst. Die Gemeinschaftsdiagnose geht für das kommende Jahr nur von einem ‚mageren‘ Wachstum aus. Ein kräftiger Aufschwung ist nicht zu erwarten. Nicht nur die Unsicherheiten aus der US-Zollpolitik, sondern auch die bisher nur halbherzigen Reformschritte der Bundesregierung sorgen für Unverständnis und drücken die Investitionsbereitschaft der Betriebe.
Die Unternehmen erwarten, dass sich die Regierung endlich zu einem klaren und langfristig angelegten wirtschaftspolitischen Kurs durchringt, der zügig spürbare Entlastungen bei Abgaben, Energiekosten und Bürokratie einleitet. Ein Einstieg in eine Unternehmenssteuerreform erst ab 2028, eine Strompreisentlastung nur für einzelne Branchen sowie marginale Änderungen beim Lieferkettengesetz reichen bei Weitem nicht aus. Die Wirtschaft braucht ein Entlastungspaket, das diesen Namen auch verdient.
Die Politik der nächsten Wochen entscheidet maßgeblich darüber, ob die Unternehmen an eine Zukunft am Standort Deutschland glauben und hierzulande wieder investieren. Von den 900 Mrd. Euro an jährlichen Investitionen stammen rund 85 Prozent aus dem privaten Sektor- daher ist das Vertrauen der Unternehmen für das Wachstum unabdingbar. Die aktuelle Diskussion um höhere Steuern, etwa die Erbschaftsteuer, ist Gift. Sie schürt zusätzliche Unsicherheit und befördert den Vertrauensverlust in den Standort. Der Konsens innerhalb der Koalition über einen klaren wirtschaftspolitischen Kurs darf nicht durch Verteilungsdebatten überlagert werden. Vor dem Verteilen muss es um das Erwirtschaften, um Investitionen und – nach drei Jahren Rezession und Stagnation – um positive Wachstumsraten gehen. Die Verbesserung der Standortbedingungen hat dabei absolute Priorität. Deutschland droht ansonsten eine Abwanderungswelle der Unternehmen an attraktivere Standorte. Auch die Insolvenzen sind bereits so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.”
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Veröffentlicht 25.09.2025
Aktualisiert 19.12.2025
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Sven Ehling
Pressesprecher | Visuelle Kommunikation