Mann steht vor Wand.

DIHK-Papier zur Weiterentwicklung des CO₂-Grenzausgleichs-Mechanismus

Die Übergangsphase für CBAM läuft am 31. Dezember 2025 aus. Ab dem 1. Januar 2026 beginnt die Umsetzungsphase mit dem obligatorischen Kauf von CBAM-Zertifikaten. Zwar wurden kürzlich weitere CBAM-Erleichterungen verabschiedet, aber der europäische CO2-Grenzausgleichsmechanismus wirft weiterhin große Fragen auf. Die DIHK hat sich in einem Papier dazu positioniert.

Dazu DIHK-Experte Sebastian Bolay:

27.11.2025 - „Der CO2-Grenzausgleich treibt viele deutsche Unternehmen weiter um, insbesondere mit Blick auf das Ende der Übergangsphase Anfang 2026. Die EU hatte den CBAM übereilt eingeführt, ohne sich der Komplexität in seiner Gänze bewusst zu sein. Wir hatten davor mit vielen detaillierten Stellungnahmen eindringlich gewarnt. Nun stellen die Regelungen die betroffenen Unternehmen vor große Herausforderungen. Immerhin: Der neue Import-Schwellenwert von 50 Tonnen relevanter Rohstoffe ist eine spürbare Erleichterung gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Viele konzeptionelle Fragen und konkrete Punkte für die Praxis sind aber noch offen. Wird es einen Exportrabatt geben, um die Wettbewerbsfähigkeit beim Export zu erhalten und mit welchen Gegenmaßnahmen werden Drittstaaten gegen das voraussichtlich WTO-widrige Instrument vorgehen? Auf wie viele Downstream-Produkte wird CBAM ausgeweitet, die aufgrund höherer Inputkosten ebenfalls an globaler Wettbewerbsfähigkeit verlieren?  

Für die deutsche Wirtschaft ist der CBAM weiter ein Kosten- und Unsicherheitsfaktor. Viele Unternehmen müssen weiter auf Standardwerte zurückgreifen können, wenn die Informationsbeschaffung bei Geschäftspartnern schwierig ist. Durch die rückwirkende Feststellung des CO2-Preises für das Jahr 2026 entstehen gerade bei vielen kleineren Betriebe größere Unsicherheiten bei der Finanzplanung. Gleichzeitig fehlen den Betrieben wichtige Kalkulationsgrundlagen, weil der Verifizierungsprozess der CO2-Emissionen noch nicht final ausgearbeitet ist. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass mehr Unternehmen mit Standardwerten operieren müssen, die häufig deutlich ungünstiger ausfallen als reale Werte. Die Kosten steigen dadurch. Die EU sollte daraus lernen und künftig Folgenabschätzungen im engen Austausch mit der Wirtschaft vornehmen, bevor sie solch komplexe Instrumente einführt.“ 

Das DIHK-Papier zum Thema gibt es hier zum Download: 

"CBAM-Anpassungen 2025: Vorschläge aus der Wirtschaft" (PDF, 134 KB)

Mehr Infos finden Sie auch in unserem Dossier zu CBAM.

Relevant im Themenfeld:
Schwerpunkte:
  • CBAM

Pressekontakt

Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft

Klemens Kober

Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

Schraff, Susanne_test

Susanne Schraff

Pressesprecherin