15.09.2025 - „Das Energiewende-Monitoring zeigt, wie hoch die Unsicherheiten über künftige Entwicklungen bei Technologien, dem Strombedarf und der Wasserstoffnachfrage sind. So geht das Gutachten von einem deutlich geringeren Anstieg des Strombedarfs aus als bislang angenommen. Die Zukunft lässt sich also nicht per politischer Planung gestalten. Wir müssen deshalb stärker auf Marktsignale setzen – ein überdimensionierter Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Netze hingegen verursacht unnötige Kosten, die am Ende vor allem die Unternehmen tragen müssen.
Es ist richtig, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche stärker auf Kosteneffizienz, einen systemdienlichen Ausbau der Erneuerbaren Energie sowie die Potenziale von Wasserstoff und CCS setzt. Auch der Erhalt der einheitlichen deutsch-luxemburgischen Strompreiszone ist wichtig, um die Strompreise in Deutschland so gering wie möglich zu halten.
Das Gutachten zeigt Handlungsbedarf bei der Versorgungssicherheit im Strombereich. Wir brauchen ohne Frage neue Gaskraftwerke. Dabei sollte die Bundesregierung jedoch nicht auf staatliche Detailsteuerung setzen. Hohe staatliche Zahlungen an Gaskraftwerke über einen Kapazitätsmarkt würden zu erheblichen Kosten für die Wirtschaft führen, die schon heute unter hohen Strompreisen leidet. Sinnvoller ist es daher, Stromversorger dazu zu verpflichten, ihre Lieferungen abzusichern – also nachzuweisen, dass sie jederzeit die zugesagten Strommengen liefern können. Dann entscheidet der Markt, mit welchen Technologien die Versorgung gesichert wird. Dies wird Innovationen anstoßen und Kosten für die Wirtschaft begrenzen.
Nach vielen Monaten des Stillstandes in der Energiepolitik muss das Energiewende-Monitoring nun den Startschuss für umfassende Reformen geben. Wichtige Richtungsentscheidungen liegen vor uns. Die von der DIHK kürzlich veröffentliche Studie „Neue Wege für die Energiewende“ zeigt: Der aktuelle Kurs der Energiewende verursacht Kosten von bis zu 5,4 Billionen Euro bis zum Jahr 2050 und führt damit zu einer Belastung für Unternehmen und Haushalte, die unsere Volkswirtschaft nicht stemmen kann. Kleinere Anpassungen der aktuellen Energiewendepolitik reichen deshalb nicht aus. Um Klimaneutralität zu erreichen, ohne Wachstum und Wohlstand einzubüßen, müssen wir die Energiewende neu denken: Sie muss flexibler, kosteneffizienter und internationaler werden. Dazu gehört aus Sicht der DIHK eine übergreifende Netzplanung, ein effizienterer Energiemix und ein drastischer Bürokratieabbau.“
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Veröffentlicht 15.09.2025
Aktualisiert 18.12.2025
Pressekontakt
Julia Löffelholz
Pressesprecherin