19.03.2026 - „Die deutsche und europäische Wirtschaft sehen sich mit dem Krieg im Nahen Osten und den sich daraus weltweit ergebenden Verwerfungen mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Zumindest in Deutschland bremsen die steigenden Öl- und Energiepreise den erwarteten zarten Aufschwung aus. Die Bundesregierung ringt um die angemessene wirtschaftspolitische Antwort auf die steigenden Energiepreise. Auch die EZB stand vor einer schwierigen Herausforderung, die Fingerspitzengefühl erfordert. Die Gefahr einer wirtschaftlichen Stagflation in Europa ist real: Hätte die EZB die Leitzinsen schon jetzt erhöht, würde sie das ohnehin niedrige Wirtschaftswachstum in Europa noch mehr schwächen. Hätte sie die Zinsen gesenkt, würde dies einer kostenbedingten Inflation Vorschub leisten. Es war eine Wahl zwischen Skylla und Charybdis – und deshalb letztlich verständlich, dass die EZB die Leitzinsen vorerst unverändert gelassen hat.
Der Ball liegt also noch immer im Feld der Realpolitik. Für Deutschland ist die wirtschaftspolitische Agenda eigentlich schon klar ausbuchstabiert. Die Bundesregierung sollte den Fokus ihrer Maßnahmen ganz konsequent auf Wachstumsimpulse legen. Deutschland braucht Reformen, welche wirtschaftliche Dynamik auslösen und das Potenzial unserer Wirtschaft entfesseln. Die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zeigt dabei ganz klar: Arbeitskosten, Bürokratie und Energiepreise sind aus Sicht der Unternehmen in Deutschland die größten Geschäftsrisiken. Hier gilt es für die Bundesregierung anzusetzen. Die deutsche Wirtschaft braucht beherzte Reform- und Entlastungspakete, die den Standort Deutschland attraktiver machen und einen Rahmen schaffen, in dem Unternehmen mit Zuversicht investieren. Verbesserte Angebotsbedingungen an heimischen Standorten sind die besten Resilienzfaktoren, auch gegenüber unsicheren geopolitischen Entwicklungen.“
- Relevant im Themenfeld:
- Wirtschafts- und Finanzpolitik
- Schwerpunkte:
-
- Konjunktur
- Wachstum
- Finanzierung
Veröffentlicht 19.03.2026
Pressekontakt
Sven Ehling
Pressesprecher | Visuelle Kommunikation