Europa darf bei kritischen Rohstoffen nicht ins Hintertreffen geraten

DIHK-Impulspapier fordert Rohstoffpartnerschaft mit den USA auf Augenhöhe

Der globale Wettbewerb um kritische Rohstoffe verschärft sich. Während die USA ihre Versorgung mit milliardenschweren Förderprogrammen und strategischen Investitionen absichern, kommt Europa bei zentralen Rohstoffprojekten nur langsam voran. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert, jegliche transatlantische Rohstoffpartnerschaft belastbar und gleichberechtigt auszugestalten, damit Europas Versorgungssicherheit gestärkt wird, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen. Das geht aus einem aktuellen DIHK-Impulspapier hervor. „Europa braucht eine Partnerschaft auf Augenhöhe – keine Rohstoffpolitik, die zu neuen Abhängigkeiten führt“, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Europäische Unternehmen dürfen bei Projekten, Fördermitteln oder Lieferverträgen nicht ins Hintertreffen geraten.“ 

Zugleich warnt die DIHK vor neuen Handelshemmnissen oder staatlichen Eingriffen mit Nebenwirkungen. Preisuntergrenzen für Rohstoffe könnten allenfalls als letztes Mittel für sicherheitsrelevante Bereiche sinnvoll sein. „Dauerhaft höhere Rohstoffpreise helfen niemandem“, sagt Treier. „Wichtiger ist, dass Europa und die USA gemeinsam neue Förder- und Verarbeitungskapazitäten aufbauen und alternative Lieferketten stärken.“ 

Die DIHK begrüßt die im April vereinbarte Rohstoffpartnerschaft grundsätzlich. Angesichts geopolitischer Spannungen und der hohen Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern – insbesondere China – seien jetzt widerstandsfähigere Lieferketten und bessere Investitionsbedingungen entscheidend. 

Gleichzeitig müssen auch Projekte in Europa gleichwertig unterstützt werden. Gerade mittelständische Unternehmen hätten bislang oft Schwierigkeiten, Zugang zu bestehenden Förderangeboten zu bekommen. „Europa darf sich bei kritischen Rohstoffen nicht selbst ausbremsen“, erklärt Volker Treier. „Neue Minen, Raffinerien oder Recyclinganlagen brauchen schnellere Verfahren, verlässliche Rahmenbedingungen und einen besseren Zugang zu Finanzierung, damit Investitionen tatsächlich umgesetzt werden.“ 

Die DIHK spricht sich zudem für eine engere Zusammenarbeit mit weiteren Partnerländern wie Kanada, Australien oder Brasilien aus. Ziel sei ein breiteres internationales Netzwerk für kritische Rohstoffe. „Versorgungssicherheit gelingt nur mit verlässlichen Partnern und offenen Märkten“, betont Treier. „Europa muss dabei selbstbewusst auftreten und seine handelspolitische Eigenständigkeit wahren.“ 

Grundlage der Forderungen ist das DIHK-Impulspapier „Impulse für eine EU-USA Rohstoffpartnerschaft“

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Julia Fellinger

Pressesprecherin