Europäisches Parlament der Unternehmen

Wirtschaft fordert Trendwende in Brüssel

5.11.2025 - 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Europa übernahmen am 4. November beim Europäischen Parlament der Unternehmen (EPdU) in Brüssel die Rolle von Europaabgeordneten – mit einer klaren Mission: Die europäische Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig machen.

In einer simulierten Plenarsitzung diskutierte die 90-köpfige deutsche Delegation – vom Familienunternehmen bis zum Konzern, aus nahezu allen Branchen – mit Vertretern aus Kommission und Parlament über die drängendsten Herausforderungen am Wirtschaftsstandort Europa.

Das Ergebnis: Trotz schwieriger geopolitischer Lage zeigten die Unternehmerinnen und Unternehmer Gestaltungswillen und präsentierten konkrete Ideen. Ihre zentrale Forderung an die Politik: Mehr Unterstützung, deutlich weniger Bürokratie und eine wirksamere wirtschaftspolitische Agenda für Europa.

  

Das heißt im Einzelnen:

 

  1. Mehr Freihandelsabkommen für leichtere Diversifizierung! 77 % der Unternehmen gaben an, aufgrund der geopolitischen Spannungen zusätzliche Engpässe in den Lieferketten zu haben. 70 % sagten, die EU tue noch nicht genug, um die Wirtschaft über Abkommen beim Bewältigen dieser Herausforderung zu unterstützen.

     
  2. Hürden im Binnenmarkt endlich abbauen! Obwohl der EU-Binnenmarkt seit über 30 Jahren vollendet sein sollte, gaben heute 82 % der Unternehmen an, dass ihr Unternehmen innerhalb der EU nicht frei agieren kann, weil der Binnenmarkt nach wie vor unzureichend integriert sei. 84 % forderten, dass effektiver gegen Verstöße gegen Binnenmarktvorschriften vorgegangen werden müsse, um Hürden zu senken.

     
  3. Ernst machen mit dem Bürokratieabbau! Die von der EU angekündigte Vereinfachungsagenda kommt noch nicht bei der Wirtschaft an: 93 % der Unternehmen sagten, dass sich der Verwaltungsaufwand im letzten Jahr für sie nicht verringert habe. Als nicht verhältnismäßig wurde beispielsweise die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der aktuellen Form bewertet: 75 % sagten, die Berichterstattung sei kein wirksames Instrument, um gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Nachhaltigkeit zu fördern.
     

Alle Abstimmungsergebnisse finden Sie hier.

Die europäischen Kammerdachverbände werden sich weiterhin mit Nachdruck für bessere Rahmenbedingungen in Europa einsetzen. Denn starke Unternehmen sind die Grundlage für Wohlstand, Arbeitsplätze und Innovationskraft – in Deutschland und in ganz Europa.

 

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Susanne Schraff

Pressesprecherin