Journalisten fangen O-Ton ein

Informations- und Medienvielfalt sichern – für einen starken Wirtschaftsstandort Deutschland

DIHK-Präsident Peter Adrian zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai: Unternehmen benötigen belastbare, unabhängige Informationen, um Investitionen zu planen, Risiken zu bewerten und Innovationen voranzutreiben.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt vor einer schleichenden Schwächung der Informations- und Medienvielfalt in Deutschland. Zunehmende digitale Abhängigkeiten und bürokratische Hürden erschweren es Medien- und Kreativunternehmen, wirtschaftlich tragfähig zu arbeiten. Dabei ist Medienvielfalt ein zentraler Standortfaktor. 

"Medienvielfalt ist eine tragende Säule nicht nur unseres Rechtsstaates, sondern vor allem auch unserer wirtschaftlichen Ordnung", betont DIHK-Präsident Peter Adrian anlässlich des Tages der Pressefreiheit. "Unternehmen benötigen belastbare, unabhängige Informationen, um Investitionen zu planen, Risiken zu bewerten und Innovationen voranzutreiben. Wenn regionale Stimmen verschwinden, schadet das nicht nur der öffentlichen Debatte, sondern auch der wirtschaftlichen Entwicklung ganzer Regionen."

Immer mehr Regionen ohne journalistische Vielfalt

Das DIHK-Präsidium hat dazu ein Positionspapier (PDF, 275 KB) zur Sicherung der Informations- und Medienvielfalt in Deutschland beschlossen. Es beschreibt unter anderem den Rückzug lokaler Medien: In fast jedem zweiten Landkreis gibt es nur noch ein einziges unabhängiges Presseorgan. Wenn sich dieser Trend fortsetze, gingen wichtige Impulse für regionale Wirtschaftsdynamik verloren – von Standortmarketing über Fachkräftesuche bis hin zur politischen Teilhabe. "Wo lokale Medien fehlen, wächst die Informationslücke und mit ihr das Risiko wirtschaftlicher und regionalpolitischer Fehlentscheidungen", erklärt Adrian. "Das betrifft vor allem mittelständische Unternehmen, die stark regional verwurzelt sind."

Die DIHK sieht die Logiken der Plattform- und Aufmerksamkeitsökonomie als wachsende Herausforderung. Wenn Aufmerksamkeit und Werbeerlöse zunehmend gebündelt werden, geraten private, werbefinanzierte Medien stärker unter Druck und in Abhängigkeiten. "Das gefährdet Vielfalt und damit die verlässliche Informationsbasis, auf die Unternehmen angewiesen sind", so Adrian.

Der digitale Wandel schreite zudem schneller voran als die medienpolitischen Regelungen. Eine moderne Medienpolitik müsse den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sichern und zugleich faire Wettbewerbsbedingungen für private Anbieter gewährleisten.

Im Zeitalter künstlicher Intelligenz braucht es außerdem klare, stabile und praxistaugliche urheberrechtliche Rahmenbedingungen, die europaweit und international verlässlich greifen, damit kreative Wertschöpfung geschützt und Innovation rechtssicher möglich bleibt.

Kultur- und Kreativwirtschaft als Innovationsmotor

Die Kultur- und Kreativwirtschaft trägt mit mehr als 120 Milliarden Euro gut drei Prozent zur Bruttowertschöpfung Deutschlands bei. Sie zählt damit zu den wirtschaftlich bedeutenden Zukunftsbranchen, vom Medienhaus über Softwareentwicklung bis zur Filmproduktion. "Gerade die Kreativwirtschaft kann entscheidend dazu beitragen, digitale Souveränität in Europa zu stärken, wenn man sie lässt", so Adrian. "Offene Plattformen, innovative Formate und kreative Technologien können nur entstehen, wenn die Politik den Weg freimacht."

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Dominik Ohlig

Pressesprecher – Chef vom Dienst