Am 8. April haben sich die USA und Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus verständigt. Sollte die Umsetzung gelingen, wäre dies eine gute Nachricht für die Unternehmen in einer enorm herausfordernden Situation. Letztere erfordert nach Auffassung der DIHK nicht nur pragmatische Krisenreaktionen, sondern endlich auch strukturelle Reformen.
DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sagte der "Rheinischen Post", es sei "auch für die Wirtschaft eine Erleichterung, dass sich die Kriegsparteien auf eine Waffenruhe einigen konnten". Damit habe die Hoffnung auf sinkende Energiepreise und funktionierende Lieferketten wieder etwas zugenommen.
"Dennoch bleibt die Lage sehr angespannt", sagte Treier. Er verwies auf eine laufende Umfrage der Auslandshandelskammern (AHKs) an ihren Standorten in aller Welt, die die DIHK vorab ausgewertet hat: Danach sind rund 85 Prozent dieser mit Deutschland verbundenen Unternehmen direkt oder indirekt von den Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten betroffen.
Kostenniveau wird längerfristig steigen
Volker Treier stellte klar: "Selbst wenn die Straße von Hormus nun wieder geöffnet werden und offen bleiben sollte: Störungen in den Transportwegen und Schäden an den Energieinfrastrukturen wirken länger nach." Sie belasteten die internationalen Logistikketten und stellten damit auch für die deutsche Wirtschaft ein großes Problem dar. "Unternehmen müssen sich auf ein längerfristig höheres Kostenniveau einrichten", warnte der DIHK-Außenwirtschaftschef.
Wirtschaft in der Breite entlasten
Für ein Land wie Deutschland bedeute das eine enorme Herausforderung. Schon vor dieser Krise seien die Energiekosten hierzulande weltweit mit die höchsten gewesen. Dazu kämen stark gestiegene Arbeitskosten und Rekordbelastungen bei Abgaben, Steuern und Bürokratie. Treier: "Deshalb erwarten wir von der Bundesregierung jetzt nicht nur pragmatische Krisenreaktionen, sondern endlich auch strukturelle Reformen, die unsere Wirtschaft in der Breite entlasten. Wir stehen dafür als DIHK mit unseren Vorschlägen immer für Gespräche und vor allem für gemeinsame Lösungen in der Sache bereit."
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Veröffentlicht 09.04.2026
Pressekontakt
Julia Löffelholz
Pressesprecherin
Energie, Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit