Wehende EU-Flaggen

Jetzt handeln: Europa braucht eine Wettbewerbsagenda

Wie kann die Europäische Union wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen? In fünf Kernforderungen haben die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zusammengefasst, welche Weichenstellungen für die europäische Wirtschaftspolitik jetzt entscheidend sind – vom beschleunigten Bürokratierückbau bis hin zur Entlastung des Mittelstandes.

Anlässlich eines Spitzengesprächs mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 18. September haben die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die wir nachfolgend im Wortlaut wiedergeben:

BDA, BDI, DIHK, ZDH

"Europa steht massiv unter Druck. Hohe Energiepreise, ein hoher Fachkräftebedarf und unnötige Bürokratie bremsen Innovation und Investitionen. Geopolitische Spannungen, ein intensivierter globaler Subventionswettbewerb und wachsende Herausforderungen für die multilaterale, regelbasierte Handelsordnung tragen zur Verschärfung der Lage bei

Die Wettbewerbsfähigkeit vieler Standorte in der Europäischen Union ist gefährdet. Die Rolle Europas in der Welt wird hinterfragt. Mit Blick auf die vergangenen Wochen und Monate muss jedem klar sein: Ein wirtschaftlich geschwächtes Europa kann seine Interessen und Werte weniger gut durchsetzen. Die Wiedergewinnung wirtschaftlicher Stärke muss daher oberste Priorität europäischer Politik sein.

Spitzengespräch Verbände vdLeyen

Die Verbandspräsidenten und die Kommissionspräsidentin (v.l.): Peter Adrian (DIHK), Jörg Dittrich (ZDH), Ursula von der Leyen, Peter Leibinger (BDI) und Rainer Dulger (BDA)

Die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft – BDA, BDI, DIHK und ZDH – fordern eine entschlossene Wettbewerbsagenda und unterstützen die EU-Kommission bei allen Maßnahmen, die diesem Ziel dienen. Die Stärke der EU entsteht vor allem aus ihrer wirtschaftlichen Einheit sowie guten Standortbedingungen im Binnenmarkt – und Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein starkes Europa benötigt einen starken Standort Deutschland. Umgekehrt gilt: Nur wenn die EU als Ganzes erfolgreich ist, kann auch die deutsche Wirtschaft wieder erfolgreich sein.

Ein Jahr nach dem Draghi-Bericht sehen wir, dass seine Diagnose richtig war. Die EU-Institutionen müssen endlich wirtschaftskonform und pragmatisch handeln. Sie müssen ihren Ankündigungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas endlich Taten folgen lassen. Der Wettbewerb wartet nicht auf uns. Die deutsche Bundesregierung muss diesen Kurs ambitioniert und geschlossen unterstützen. 

Fünf Kernforderungen

Im Zentrum einer zukunftsgerichteten europäischen Wirtschaftspolitik müssen dabei jetzt fünf Punkte stehen:

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft fordern die EU-Institutionen und die Bundesregierung auf, jetzt schnell und entschlossen zu handeln – für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und eine starke Zukunft Europas."

Relevant im Themenfeld:
Schwerpunkte:
  • Wachstum
  • Mittelstand

Ansprechpartner

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Freya Lemcke

Leiterin der DIHK-Vertretung bei der EU

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Thorben Petri

Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik

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Dominik Ohlig

Pressesprecher – Chef vom Dienst