25.03.2026 - “Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf die 14. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO). Das regelbasierte Handelssystem, welches gerade für die deutsche Exportwirtschaft so grundlegend ist, ist nicht zuletzt wegen der erratischen US-Zollpolitik unter erheblichen Druck geraten. Jetzt ist politischer Wille gefragt: Die Bundesregierung muss den Erhalt und die Reform des regelbasierten Welthandelssystems zur Chefsache machen. Die WTO bleibt das Fundament des globalen Handels – sie schafft Rechtsicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen für international tätige Unternehmen.
Für die heimische Wirtschaft steht dabei viel auf dem Spiel: Mehr als die Hälfte des außereuropäischen Waren- und Dienstleistungsverkehrs Deutschlands basiert ausschließlich auf WTO-Regeln – darunter solche zentralen Handelsbeziehungen wie die mit den USA, China oder Indien.
Gleichzeitig erleben wir einen Epochenbruch im Welthandel. Die Hochzollpolitik der USA und WTO-widrige Abkommen sowie der zunehmende Einsatz von wirtschaftlichem Zwang untergraben den multilateralen Rahmen. Neben der WTO entsteht eine zweite Realität: geprägt von Protektionismus, geopolitischen Interessen und wachsender Unsicherheit. Für Unternehmen bedeutet das mehr Risiken, mehr Diskriminierung und fehlende Planungssicherheit. Europa darf dem nicht tatenlos zusehen – es braucht starke Allianzen für offenen Handel und klare Regeln mit wichtigen Partnern wie etwa mit der Transpazifischen Partnerschaft (CPTPP).
Die Ministerkonferenz muss jetzt liefern. Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist eine strategische Reformagenda unerlässlich, um die WTO fit für geoökonomische und technologische Herausforderungen zu machen. Dazu gehören neue, ambitionierte Abkommen – insbesondere zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit – ebenso wie Fortschritte für ein echtes Level Playing Field, etwa durch strengere Subventionsregeln.
Zentral ist auch die Verlängerung des Moratoriums für Zölle auf den grenzüberschreitenden Datentransfer und die vollständige Wiederherstellung eines funktionierenden Streitbeilegungssystems.
Ohne Durchsetzungskraft bleiben Regeln wirkungslos. Und wo Einstimmigkeit unter den 166 Mitgliedern nicht erreichbar ist, sollte die EU mit einer Koalition der Willigen vorangehen und plurilaterale Abkommen vorantreiben.“
Die DIHK hat für die Ministerkonferenz umfassende Vorschläge erarbeitet:
- Relevant im Themenfeld:
- Internationaler Handel
- Schwerpunkte:
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- Außenwirtschaft
- Handel
Veröffentlicht 25.03.2026
Pressekontakt
Für die Presse
Susanne Schraff
Pressesprecherin