Reaktion von Volker Treier

Mehr als ein Warnschuss

DIHK-Chefanalyst Volker Treier zu den Insolvenzzahlen von März 2026

12.06.2026 - „Die aktuellen Insolvenzzahlen müssen mehr als ein Warnschuss für die Bundesregierung sein. Sie sind ein klarer Auftrag, die notwendigen Reformen zur Entlastung der Betriebe endlich anzugehen und rasch umzusetzen. Die wirtschaftliche Lage verschärft sich, immer mehr Unternehmen geraten an ihre Grenzen. Im März mussten so viele Unternehmen ihre Pforten schließen wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Drastisch gestiegene Energiepreise und steigende Arbeitskosten belasten die Liquidität vieler Betriebe, gerade im Mittelstand.

Der Blick nach vorn macht wenig Hoffnung auf rasche Entspannung. Die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage unter mehr als 23.000 Unternehmen zeigt eine deutliche Eintrübung der Erwartungen: Ein Drittel der Betriebe rechnet mit schlechteren Geschäften, nur rund jeder siebte mit einer Verbesserung. Gleichzeitig brechen Investitions- und Beschäftigungspläne weiter ein. Wir stecken damit in einer Doppelkrise aus konjunktureller Schwäche und strukturellen Standortproblemen. Viele Unternehmen haben nach Jahren von Krise und Stagnation kaum noch Reserven, um zusätzliche Belastungen aufzufangen.

Die Betriebe brauchen dringend durchgreifende Reformen, und zwar ohne Aufschub. Entscheidend sind vor allem niedrigere Energie- und Arbeitskosten, ein entschlossener Bürokratieabbau sowie deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Zugleich brauchen die Unternehmen mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit – sowohl im Inland als auch im internationalen Geschäft. Nur so entsteht wieder Vertrauen für Investitionen und Wachstum.“

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Sven Ehling

Pressesprecher | Visuelle Kommunikation