14.06.2026 - “Um den zunehmenden Verwerfungen im internationalen Handel angesichts der Krise im Nahen Osten entgegenzutreten, erwartet die deutsche Wirtschaft Führungsstärke von den G7-Staaten. Jetzt kommt es darauf an, Engpässe bei essenziellen Gütern wie Lebensmitteln, Medizin, Energie und kritischen Rohstoffen nicht weiter zu verschärfen.
Die G7 sollten deshalb gezielt Handelshemmnisse untereinander abbauen. Das gilt für Zölle ebenso wie für gemeinsame strategische Abhängigkeiten, etwa bei kritischen Rohstoffen und anderen wichtigen Vorleistungen. Wirtschaftssicherheit entsteht durch Diversifizierung, verlässliche Partnerschaften und offene Märkte, nicht durch zusätzliche Beschränkungen zwischen engen Partnern.
Gleichzeitig müssen die G7 unfaire Handelspraktiken entschlossen adressieren. Chinesische Überkapazitäten, Exportbeschränkungen und erzwungener Technologietransfer verzerren den globalen Wettbewerb und setzen viele Unternehmen, auch in Deutschland, unter Druck. Erforderlich sind gemeinsame und ausgewogene Maßnahmen gegen Marktverzerrungen, welche fairen Handel stärken, ohne einzelne Branchen auf Kosten anderer zu begünstigen.
Gerade im Zollbereich bietet eine engere Zusammenarbeit erhebliche Potenziale. Ein gemeinsames Vorgehen gegen die Flut von Kleinwarensendungen aus Drittstaaten kann bestehende Ungleichgewichte korrigieren und Wettbewerbsnachteile für den stationären Handel verringern.
Bei ihren Bemühungen sollten die G7 auch die Weiterentwicklung der Welthandelsorganisation vorantreiben. Die Umsetzung des WTO-Abkommens zum elektronischen Handel und neue plurilaterale Vereinbarungen zur Handelserleichterung können dazu beitragen, den regelbasierten Welthandel zukunftsfester aufzustellen. Unnötige Lieferengpässe und Unterversorgung mit wichtigen Produkten wären somit eher vermeidbar.”
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Veröffentlicht 15.06.2026
Aktualisiert 11.06.2026
Pressekontakt
Julia Fellinger
Pressesprecherin