Sebastian Bolay Juni

Versorgungssicherheit sollte höchste Priorität haben

Sebastian Bolay zur Verabschiedung der EnWG-Novelle

Das Bundeskabinett hat heute eine EnWG-Novelle verabschiedet. Sie setzt das Gas- und Wasserstoffpaket der EU in deutsches Recht um. Hierzu erklärt Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie:

25.03.2026 - „Mit der Umsetzung von Wasserstoff in das Energiewirtschaftsgesetz entsteht endlich ein einheitlicher Rechtsrahmen für Gas und Wasserstoffinfrastrukturen. Wir vermissen im Gesetzentwurf jedoch weitere Instrumente, um Investitionen für den Wasserstoffhochlauf anzuregen. Notwendig ist ein staatlicher Absicherungsmechanismus für den Aufbau von Wasserstoffverteilnetzen und -speichern. Letztere werden ansonsten nicht gebaut und die Netze sind für die Unternehmen zu teuer, um sich anzuschließen. 

Darüber hinaus sollte die Versorgungssicherheit höchste Priorität haben: Gaskunden müssen ausreichend im Voraus informiert werden, wenn Anschlüsse künftig verweigert oder getrennt werden. Nur so können sie den Übergang zu einer klimaneutralen Energieversorgung planen. Die vorgesehene Informations- und Kündigungsfrist von zehn Jahren – ergänzt um die zusätzliche Fünfjahresfrist nach Planbestätigung – ist angemessen und sollte keinesfalls gekürzt werden. Gleiches gilt für die Frist, Lieferungen von fossilem Gas mit einer Laufzeit über das Jahr 2049, bzw. 2044 für Endverbraucher, hinaus abzuschließen. Schließlich könnte für Unternehmen lange nicht absehbar sein, welchen Beitrag eine Gasnutzung mit CCS/CCU oder durch Kompensationsprojekte zur Energieversorgung künftig leisten kann. Sinnvoll ist vor diesem Hintergrund auch das Verbot eines flächendeckenden Rückbaus des Gasnetzes.

Allerdings droht allein die Möglichkeit einer Anschlusskündigung, die Investitionsbereitschaft zu untergraben und bestehende Anlagen nach Ende der EEG-Vergütung vom Markt zu drängen. Dies steht im Widerspruch zu den europäischen Zielen, den Anteil erneuerbarer Gase zu erhöhen. Daher braucht es Schutzmechanismen, die insbesondere Investitionen in Biogasanlagen absichern.“

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Julia Löffelholz

Julia Löffelholz

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