DIHK-Präsident Peter Adrian

Wettbewerbsfähigkeit Europas muss wieder Vorrang haben

Statement von DIHK-Präsident Peter Adrian vor dem Europäischen Rat am 18./19. Juni 2026

17.06.2026 - „Europa steht wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Schwaches Wachstum, zunehmende geopolitische Spannungen und der Nahost-Konflikt belasten die Unternehmen zusätzlich. Umso wichtiger ist es, dass der Europäische Rat jetzt die richtigen Weichen für mehr Wettbewerbsfähigkeit stellt.  

Der kommende mehrjährige Finanzrahmen muss konsequent auf Wachstum, Innovation und Investitionen ausgerichtet sein. Der European Competitiveness Fund und das neue Forschungsrahmenprogramm sind dafür Schlüsselinstrumente. Der Rückstand bei Zukunftstechnologien holen wir nur auf, wenn Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Produkte, Geschäftsmodelle und industrielle Anwendungen überführt werden. Langfristiges Wachstum entsteht durch Innovation und unternehmerische Dynamik, nicht durch Dauersubventionen und Protektionismus.  

Gleichzeitig muss Europa seine wirtschaftlichen Beziehungen durch Handelsabkommen diversifizieren, um strategische Abhängigkeiten abzubauen. Gegenüber China braucht es eine klare Linie gegen unfaire Handelspraktiken wie Dumping und Exportbeschränkungen bei kritischen Rohstoffen, die europäischen Unternehmen schaden. Die EU sollte sich weltweit für faire Wettbewerbsbedingungen, einen besseren Marktzugang und mehr Planungssicherheit für europäische Unternehmen einsetzen.  

Entscheidend ist aber auch, die Standortbedingungen in Deutschland und Europa spürbar zu verbessern. Wettbewerbsfähige Energiepreise, ein vollendeter Binnenmarkt und spürbar weniger Bürokratie sind zentrale Voraussetzungen, um Wertschöpfung, Investitionen und industrielle Erneuerung in Europa zu sichern. Die Wirtschaft erwartet jetzt konkrete Fortschritte, keine weiteren Ankündigungen.” 

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Julia Fellinger

Pressesprecherin