Pfeil Stadtentwicklung

Wie "Raum für Entwicklung" entstehen kann

Fläche ist endlich. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wohl aber die wachsende Konkurrenz unterschiedlicher Nutzungsansprüche. Die IHK-Organisation hat im August 2023 eine Handreichung mit Ideen und Maßnahmen veröffentlicht, die helfen können, Wirtschaftsflächen der Zukunft zu entwickeln.

Immer häufiger finden Unternehmen für Neuansiedelungs- oder Expansionspläne kein geeignetes Grundstück. Wie auch das Gewerbe benötigen Wohn-, Erholungs- und Naturschutzgebiete, Landwirtschaft und Verkehr Raum. Wegen fehlender Entwicklungsperspektiven innerhalb bebauter Stadt- und Ortsteile nehmen mittlerweile auch in Außenbereichen Nutzungskonkurrenzen zu. Verschärft werden sie durch Infrastrukturmaßnahmen wie etwa den Ausbau von Stromtrassen. Wie lassen sich die Zielkonflikte lösen?

Aus planerischer Sicht gibt es zwar häufig noch Flächen, allerdings können diese oftmals nur eingeschränkt genutzt werden, beziehungsweise sie stehen gar nicht oder nur überteuert zum Verkauf. Für die Entwicklung von Wirtschaftsflächen sind die Voraussetzungen also alles andere als optimal. Doch lassen sich mithilfe innovativer Ideen und Maßnahmen durchaus für Unternehmen geeignete Flächen identifizieren und Potenziale erschließen.

Vorschläge und Anpassungsbedarfe

Unter der Überschrift "Raum für Entwicklung" haben Fachexpertinnen und -experten der Industrie- und Handelskammern und der DIHK auf elf Seiten konkrete Handlungsempfehlungen, Vorschläge und Anpassungsbedarfe zusammengestellt, die aus Sicht der Unternehmen zur Lösung der Flächenproblematik beitragen können und die Anforderungen an die Wirtschaftsflächen der Zukunft in den Blick nehmen.

Die Ideen berücksichtigen Veränderungen der unternehmerischen Flächenbedarfe wie auch planungsrechtliche und infrastrukturelle Einschränkungen, Schwierigkeiten bei Flächenkauf oder -nutzung, die Akzeptanz in der Bevölkerung sowie Nachhaltigkeit und Ökologie. Sie reichen vom digitalen Gewerbeflächenmonitoring über die Einrichtung von Wendehammern bis hin zu grundlegenden Anpassungen bei der anstehenden Novelle der Technischen Anweisung (TA) Lärm.

Handlungsfelder und Optionen

Das Wichtigste im Überblick

Innenentwicklung systematisch stärken

  • Aufbau eines flächendeckenden, digitalen Gewerbeflächenmonitorings.
  • Aktivierungshemmnisse erfassen (Eigentum, Preis, Erschließung, Altlasten, Immissionen).
  • Priorisierung von Brach- und Konversionsstandorten.

Bestandsgebiete zukunftsfähig machen

  • Gemeinsame Flächennutzung (zum Beispiel Mensen, Mobilitätsangebote, Parkhäuser).
  • Anpassung von Stellplatzsatzungen für effiziente Mobilitätskonzepte.
  • Aufwertung durch Grün- und Klimafunktionen (Dach- und Fassadenbegrünung, Frischluftschneisen).

Neue Bauformen und urbane Gebiete

  • Modulare, mehrgeschossige Gewerbeimmobilien prüfen.
  • Urbane Gebiete qualifizieren; gewerbliche Anteile sicherstellen.
  • Großflächige Umnutzungen von Büroflächen sorgfältig abwägen, um Angebotsengpässe zu vermeiden.

Planungsrecht modernisieren

  • Kontinuierliches Monitoring der realen Nutzung und regelmäßige Fortschreibung von Bebauungsplänen.
  • Personalausstattung und digitale Infrastruktur in Verwaltungen stärken.
  • Verpflichtender Ausgleich bei Verlust von Gewerbeflächen prüfen.

Ausgleichsregeln praxistauglich machen

  • Standardisierte, angemessene Anforderungen für Ausgleichsmaßnahmen.
  • Anrechenbarkeit von Maßnahmen Dritter (zum Beispiel Renaturierungen der Wasserverbände).
  • Flexiblere Instrumente zum Tausch von Entwicklungs- und Ausgleichsflächen.

Naturschutz und Nachnutzung vereinen

  • Wiedernutzbarmachung von Alt- und Brachflächen nicht durch nachträgliche Schutzansprüche blockieren, sofern die planungsrechtliche Nutzung ernsthaft verfolgt wird.
  • Genehmigungswege für faktisch entstandene Waldflächen im Plangebiet klar regeln.

Lärm praxisgerecht bewerten

  • Lärmgutachten an maximal zulässigen Immissionen ausrichten (Worst-Case-Prinzip).
  • Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm sachgerecht novellieren, "Fremdgeräusche" im Verdichtungsraum berücksichtigen.

Ideen zum Download

Die DIHK-Veröffentlichung gibt es hier:

"Raum für Entwicklung – Anforderungen an die Wirtschaftsflächen der Zukunft" (PDF, 1 MB)

Relevant im Themenfeld:
Schwerpunkte:
  • Bauwirtschaft

Ansprechpartnerinnen

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Anne-Kathrin Tögel

Referatsleiterin Stadtentwicklung und Flächenpolitik

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Petra Blum

Pressesprecherin