11.06.2026 - „Die heutige Entscheidung des EZB-Rates, die Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben, ist wegen des gestiegenen Inflationsdrucks nachvollziehbar, sie tut aber dennoch weh. Die deutschen Unternehmen trifft die Zinserhöhung in einer tiefen strukturellen und konjunkturellen Krise. Während die Wirtschaft im restlichen Euroraum immerhin leicht wächst, stagniert die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland bei steigenden Preisen. Mit 2,6 Prozent liegt die Inflation auch in Deutschland über dem Zielwert der EZB von 2,0 Prozent, im Euroraum ist die Rate mit 3,2 Prozent aber sogar noch höher. Preistreiber Nummer eins sind noch immer die Energiepreise. Die Entscheidung dürfte die Finanzierungsbedingungen in einer Zeit verteuern, in der Unternehmen große Investitionsprojekte angehen müssen, zum Beispiel in die Nutzung von KI, der Digitalisierung und der Dekarbonisierung. Vor allem nach den Erfahrungen der zu späten Reaktion der EZB während der Corona-Pandemie ist die heutige Zinsanhebung aber insgesamt keine große Überraschung.
Umso mehr richtet sich unser Appell an Berlin und Brüssel: Wenn die Geldpolitik gezwungen ist, restriktiv zu agieren, muss die Finanzpolitik umso entschiedener die Angebotsseite entlasten. Die Unternehmen fordern keine staatlichen Dauersubventionen, vielmehr brauchen sie Luft zum Atmen. Die Bundesregierung sollte die strukturellen hohen Kosten der Unternehmen, zum Beispiel durch Steuern, Beiträge und ausufernde Bürokratie, senken. Mit einem ambitionierten Reformpaket könnte eine neue wirtschaftliche Dynamik entfacht werden.“
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Veröffentlicht 11.06.2026
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Sven Ehling
Pressesprecher | Visuelle Kommunikation