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„Die Chance, Berufliche Bildung mitzugestalten.“

Im Interview spricht die Vorsitzende des DIHK-Bildungsausschusses, Swaantje Creusen, darüber, wie Berufliche Bildung bundesweit mitgestaltet wird, was faire und verlässliche IHK-Prüfungen ausmacht, und warum das Engagement in Gremien und Prüfungen so wichtig ist.

Wofür steht der DIHK-Bildungsausschuss – und woran merkt ein Ausbildungsbetrieb im Alltag, dass es dieses Gremium gibt?

Der DIHK-Bildungsausschuss kümmert sich um die Weiterentwicklung der Beruflichen Bildung in der IHK-Organisation. Während die Berufsbildungsausschüsse der einzelnen IHKs konkrete Fragen der Ausbildung vor Ort begleiten, werden im DIHK-Bildungsausschuss auf Bundesebene grundlegende Positionen für eine moderne, praxisnahe und wirtschaftsorientierte Berufsbildung diskutiert und abgestimmt. Die Mitglieder des DIHK-Bildungsausschusses werden von den regionalen IHKs entsendet und sind zu einem großen Teil Vertreterinnen und Vertreter von Ausbildungsbetrieben.

Für Ausbildungsbetriebe wird die Arbeit des Gremiums auf vielfältige Weise spürbar, etwa durch moderne Berufe, verlässliche und bundesweit vergleichbare Prüfungen sowie praxisnahe Empfehlungen zur Digitalisierung, Fachkräftesicherung oder Gestaltung guter Ausbildung.

Alle kennen IHK-Prüfungen, wissen aber nicht, wie viel Qualitätssicherung dahintersteckt. Was sollten Ausbilder über Fairness, transparente Verfahren und Nachteilsausgleich wissen?

Für Ausbilder ist dabei vor allem wichtig, dass die Verfahren transparent organisiert sind: Prüfungsanforderungen, Bewertungsmaßstäbe und auch mögliche Rechtswege sind öffentlich geregelt und nachvollziehbar. Gleichzeitig wird großer Wert auf Objektivität gelegt, weil die Prüfungen von qualifizierten, geschulten und ehrenamtlich engagierten Prüferinnen und Prüfern abgenommen werden. Hinzu kommt der Nachteilsausgleich, der Menschen mit Behinderungen Chancengleichheit ermöglicht, ohne dabei den eigentlichen Prüfungsmaßstab zu verändern. 

Ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer werden vielerorts knapp. Warum sollten Unternehmen Mitarbeitende dafür freistellen?

Wer prüft, sichert seinen eigenen Fachkräftebedarf mit unmittelbarem Blick auf Anforderungen, Trends und Nachwuchstalente. Unternehmen, die sich in Prüfungen engagieren, gewinnen wertvolle Einblicke in die Kompetenzen junger Menschen, stärken ihr Netzwerk und fördern ihr Arbeitgeberimage. Gleichzeitig profitieren sie von Mitarbeitenden, die sich als Prüferinnen und Prüfer fachlich und pädagogisch weiterentwickeln und dieses Wissen zurück in den Betrieb tragen. Ohne ihren Einsatz wäre eine hochwertige Berufsbildung schlicht nicht möglich.

Für jemanden, der sich engagieren will: Was sind die ersten konkreten Schritte in Richtung regionaler Berufsbildungsausschuss?

Der Einstieg in einen regionalen Berufsbildungsausschuss ist oft einfacher als gedacht: Erste Anlaufstelle ist die zuständige IHK, meist der Bereich Berufliche Bildung. Der Aufwand ist mit etwa drei bis vier Sitzungen pro Jahr überschaubar. Zugleich bietet das Engagement die Chance, Berufliche Bildung mitzugestalten. Ein Engagement, das fachlich bereichert und gesellschaftlich wirksam ist.