Frau Albrecht, wie unterstützt das Projekt UBA Unternehmen bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte?
Rieke Albrecht berät bei der DIHK Service GmbH Unternehmen zu Berufsanerkennung, Fachkräfteeinwanderung und Integration internationaler Fachkräfte.
Wir beraten Unternehmen zu allen Fragen rund um Rekrutierung, Anerkennung und Beschäftigung ausländischer Fachkräfte. Der Fokus liegt dabei vor allem auf beruflich qualifizierten Fachkräften. Das Aufenthaltsrecht und die Regelungen zur Fachkräfteeinwanderung sind mitunter komplex, weshalb bei den Betrieben ein großer Bedarf an Beratung und Austausch besteht. Wir bieten im Rahmen unseres Unternehmensnetzwerks unter anderem Ausfüllhilfen, Tutorials, juristische Sprechstunden, Veranstaltungen mit den IHKs und Informationen zu rechtlichen Bestimmungen. Als besonders wertvoll wird auch der Erfahrungsaustausch für Unternehmen bei uns im UBA-Netzwerk empfunden.
Mit UBAconnect vermitteln Sie auch Fachkräfte an Unternehmen. Wie funktioniert das?
UBAconnect ist unser kostenloser Matching-Service. Gemeinsam mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und den teilnehmenden Auslandshandelskammern des Projekts „ProRecognition“ bringen wir Unternehmen mit internationalen Fachkräften zusammen. Dabei unterstützen wir Menschen mit einer Teilanerkennung, die für die volle Berufsanerkennung noch eine Anpassungsqualifizierung in einem Betrieb brauchen. Die IHKs begleiten diesen Prozess dann vor Ort gemeinsam mit den Unternehmen.
Warum ist ein gutes Onboarding so wichtig?
Viele Unternehmen investieren viel Zeit und Energie in die Gewinnung internationaler Fachkräfte und haben Sorge, dass diese nicht langfristig bleiben. Deshalb sagen wir immer: Onboarding beginnt nicht erst am ersten Arbeitstag. Entscheidend ist, dass die Fachkräfte von Anfang an unterstützt werden – bei Behördengängen, der Wohnungssuche, bei der Anerkennung oder bei ganz praktischen Fragen des Alltags. Unternehmen, die bereits Erfahrung damit haben, wissen, wie wichtig persönliche Ansprechpartner, Mentoring oder Sprachförderung sind. Ebenso wichtig ist es, Offenheit in der Belegschaft zu fördern. Wenn Fachkräfte wieder in ihr Heimatland zurückkehren, dann liegt das unserer Erfahrung nach meist nicht am Arbeitsplatz selbst, sondern daran, dass die soziale Integration vor Ort nicht gelingt.
Was macht Integration langfristig erfolgreich?
Wer vor Ort Anschluss findet, bleibt eher. Sprachförderung und soziale Einbindung sind dabei die wichtigsten Faktoren. Unternehmen berichten uns immer wieder, dass Unterstützung bei Themen wie Wohnen, Mobilität oder familiären Fragen enorm hilft. Betriebe, die bereits internationale Fachkräfte beschäftigen, empfinden diese Erfahrung in der Regel als große Bereicherung – sowohl fachlich als auch menschlich. Und mit jeder weiteren Fachkraft werden die Abläufe einfacher, da Strukturen und Erfahrungen im Unternehmen wachsen.
Matching-Service UBAconnect
UBAconnect ist für Unternehmen interessant, die beruflich qualifizierte Fachkräfte in IHK-Berufen suchen und bereit sind, Personen mit ausländischen Berufsabschlüssen auf ihrem Weg zur vollständigen Berufsanerkennung zu begleiten. Weitere Informationen zum Service finden Sie unter folgendem Link: Matching-Service | Unternehmen Berufsanerkennung.
IHK-Berufsbildungsmagazin POSITION
Dieser Beitrag ist Bestandteil der Sommersausgabe des IHK-Berufsbildungsmagazins POSITION, die am 15. Juli erscheint.
Das Magazin richtet sich vor allem an Ausbildende, Prüferinnen und Prüfer sowie Personalverantwortliche in den IHK-Mitgliedsunternehmen.
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Veröffentlicht 15.07.2026
Autorin
Mascha Dinter
Freie Journalistin