28.01.2026 - “Deutschland wächst, aber viel zu langsam. Angesichts unserer Herausforderungen ist das Mini-Plus der Wirtschaft 2026 ein ernüchterndes Signal und weit von dem entfernt, was unser Standort leisten könnte. Das wird auch im internationalen Vergleich erschreckend deutlich: Seit 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, ist die Weltwirtschaft um 19 Prozent gewachsen, die USA hat um 15 Prozent zugelegt und Italien immerhin noch um sechs Prozent. Deutschland verzeichnet dagegen mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent, praktisch seit sieben Jahren überhaupt kein Wachstum. Wir spüren das im eigenen Land mit Abwanderung von Wirtschaft und dem Abbau von Arbeitsplätzen. Und wir erleben damit weltweit einen Verlust an außenwirtschaftlicher Bedeutung. Das müssen wir jetzt drehen und dafür 2026 sowie in den Folgejahren eine enorme Kraftanstrengung hinlegen. Ich bin davon überzeugt: Wir können das auch!
Die Entscheidungen aller politischen Ebenen müssen dafür konsequent auf Wirtschaftswachstum ausgerichtet werden. Das bedeutet konkret, dass Beschleunigungspläne bei der Infrastruktur jetzt nicht im Klein-Klein von Länder-Zuständigkeiten wieder ausgebremst werden. Auch die versprochenen Reformen zur Senkung unserer nicht mehr wettbewerbsfähigen Energie- und Arbeitskosten müssen ohne Wenn und Aber kommen. Idealerweise legt die Regierung überall noch mindestens eine Schippe mehr Ehrgeiz drauf. Das gilt auch für überfällige Entlastungen bei Bürokratie und Steuern.
Diese Hausaufgaben am Standort Deutschland müssen jetzt auch erledigt werden, um besser auf geopolitische Entwicklungen reagieren zu können. Deutschland und Europa sind weiterhin sehr abhängig von Drittstaaten. Das merken unsere Unternehmen täglich, bei Rohstoffen, bei Halbleitern und auch bei IT-Dienstleistungen. Während geopolitische Spannungen und die Androhung von wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen an den Grundfesten unseres Außenhandels rütteln, sendet die EU widersprüchliche Signale: Die weitere Verzögerung beim EU-Mercosur-Abkommen ist ein Rückschlag für die europäische Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit gegenüber Handelspartnern. Hoffnung macht hingegen, dass es mit Indien gelungen ist, wichtige Eckpunkte für ein neues Freihandelsabkommen festzulegen.
Die EU muss den Abschluss neuer EU-Handelsabkommen weiter forcieren und sich in der Welt wieder als verlässlicher Handelspartner positionieren. Neben Indien brauchen wir dringend auch Fortschritte mit Indonesien, Malaysia, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten.”
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Veröffentlicht 28.01.2026
Pressekontakt
Dominik Ohlig
Pressesprecher – Chef vom Dienst