DIHK-Präsident Peter Adrian

"Sicherheits-, Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik konsequent zusammendenken"

Anlässlich der Konferenz „Sicherheits- und Verteidigungspolitik als Standortfaktor – Herausforderungen und Chancen für Wirtschaft und Staat“ erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian

27.01.2026 - „Die Strategie der Gesamtverteidigung wird nur funktionieren, wenn die deutsche Wirtschaft in allen Gefahrenlagen handlungsfähig ist. Nur mit einer starken Wirtschaft kann auch in einem nicht auszuschließenden Ernstfall die Versorgung von Zivilbevölkerung und Streitkräften sichergestellt werden.  

Das erfordert aber Vorbereitung und den Willen, das Notwendige unmittelbar anzugehen. Drohnenüberflüge, Angriffe und Sabotageakte auf unsere kritische Infrastruktur und Unternehmen nehmen spürbar zu. Wir erleben solche Vorfälle fast schon täglich. Darauf müssen wir uns noch besser vorbereiten.   

Die Wirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Die Unternehmen arbeiten bereits an konkreten Lösungen, um Deutschland resilienter zu machen. Das gilt etwa für die Absicherung von Liefer- und Wertschöpfungsketten, den Zugang zu Rohstoffen und die Sicherung der Beschäftigten. Bestimmte Lösungen lassen sich aber nur in engem Schulterschluss mit der Politik umsetzen.    

Wichtig ist dabei, dass das Tempo bei der Planung und Umsetzung von Strategien und Maßnahmen erhöht wird. Beschleunigungen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren insbesondere bei Investitionen im Sicherheits- und Verteidigungsbereich wurden von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Entscheidend ist, dass diese in der Praxis schnell spürbar werden. Dafür müssen noch Hürden aus dem Weg geräumt werden.  

In sensiblen Bereichen verhindern langwierige Sicherheitsüberprüfungen immer noch notwendige Neueinstellungen. Mehr Klarheit brauchen die Unternehmen bei der Frage, wer sich im Betrieb als Reservist oder in zivilen Hilfsorganisationen engagiert. Denn diese Arbeitnehmer fehlen bereits bei erforderlichen Übungen und erst recht in einem möglichen Spannungsfall. Hier benötigen wir praxistauglichere Lösungen.   

Ein zentrales Thema für viele Unternehmen ist der Wehrdienst. Sicherheits-, Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik sollten hierbei konsequent zusammengedacht werden. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bundeswehr, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Wehrdienstleistende sollten während ihrer Dienstzeit berufliche Qualifikationen erwerben beziehungsweise vertiefen können. Flexible und moderne Rahmenbedingungen würden Unternehmen zugleich helfen, entstehende Personalengpässe besser abzufedern und ihre betriebliche Planungssicherheit zu stärken.“  

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Petra Blum

Pressesprecherin